Mittwoch, 4. Juni 2014

Filmkritik: Game of Thrones – I. Staffel



Wie bereits in meiner Rezension zu „A Game of Thrones“ erwähnt, hatte ich zuerst die HBO-Verfilmung gesehen und bin darüber zur Buchreihe gekommen. Um mir nach der mittlerweile ausgestrahlten III. Staffel nochmals die Einzelheiten von den Anfängen ins Gedächtnis zu rufen, habe ich mir erneut die komplette I. Staffel über den Kampf um den Eisernen Thron angeschaut.


Im Ganzen betrachtet kann man sagen, dass die Produzenten sich sehr gut an die Buchvorlage gehalten haben, auch wenn manche Ereignisse durch einen raffinierten Kniff gekürzt wurden. Ich bin auch sehr froh, dass man nicht versucht hat, diesen dicken Wälzer in einen Film zu pressen, sondern eine Serie daraus gemacht hat. Diese I. Staffel besteht aus 10 Folgen à ca. 54 Minuten und selbst das finde ich für manche Passagen zu knapp bemessen. Es ist in meinen Augen nicht schlimm, dass einige Figuren, die für die Haupthandlung nicht wichtig sind (wie z.B. Sansas Freundin Jeyne Poole), weggelassen wurden oder zum Beispiel wichtige Sätze von anderen Figuren gesprochen werden. Jedoch hätte ich mir gewünscht, dass mehr auf die Geschichte von Westeros eingegangen wird. So erzählt Maester Luwin im Buch etwa Bran und Rickon Stark die Geschichte der Kinder des Waldes, welche die Ureinwohner von Westeros gewesen sein sollen, bis die ersten Menschen von Essos einfielen.
Besonders haben mir aber auch zwei Szenen zwischen Sansa und Joffrey gefehlt, in denen Joffrey als aufmerksam und charmant dargestellt wird. Somit kommt seine Figur in der Serie eigentlich nur arrogant und hinterhältig rüber. Aber auch die kurzen Gespräche zwischen Sansa und Sandor Clegane, dem Leibwächter von Joffrey, sind leider weggefallen, was ich auch in Hinblick auf die weitere Entwicklung von Sansa sehr schade finde.
Was als weitere Änderung auffällt, sind zum einen teilweise Namensänderungen – aus Lannister wurde Lennister oder Robin statt Robert Arryn – und die Altersangaben einiger Protagonisten. So wurde aus dem siebenjährigen Bran Stark ein zehnjähriger Junge, sein Bruder Rickon ist statt drei in der Serie sechs und Sansa ist nicht mehr elf, sondern dreizehn Jahre alt.
Positiv erwähnenswert sind auf jeden Fall die gewählten Schauspieler, denn mit ihnen steht und fällt die ganze Show. In dem DVD-Special „Vom Buch zum Film“ hat George R.R. Martin gesagt, dass alle Menschen kompliziert sind und so auch seine Figuren sein sollen. Die Schauspieler haben diesen Anspruch mehr als erfüllt. Viele von den Darstellern kannte ich vorher nicht, doch gerade dieser Fakt macht das Geschehen so authentisch. Allen voran hat mich Peter Dinklage als Tyrion Lannister überzeugt.
Alles in allem ist die Welt von Westeros und Essos phantastisch nachempfunden worden. Die Damen in den Freudenhäusern zeigen viel Haut, beim Betrachten der Landschaft jenseits der Mauer kann einem schon das Frösteln kommen und die Rüstungen, Schwerter und Burgen sind einfach eine Pracht. Bemerkenswert finde ich auch die von dem Linguisten David J. Peterson für die Serie erfundene Sprache der Dothraki. Hier wurde dieses Volk mit ihrer Rauheit und Stärke perfekt zum Leben erweckt.

Fazit

Bis auf ein paar Kleinigkeiten ist die Verfilmung des ersten Buches von George R.R. Martins „Lied von Eis und Feuer“ originalgetreu und bietet sehr viel fürs Auge. Ich würde nicht sagen, dass diese Serie Spaß macht, denn wie bereits in der Rezension erwähnt, ist keine der Figuren vor dem Tod sicher. Doch lässt sich unweigerlich feststellen, dass irgendwie ein erhabenes Gefühl zurückbleibt, wenn die Musik der letzten Folge verklungen ist. Und ein perfekter Cliffhanger zur II. Staffel ist es sowieso…

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