Freitag, 27. Juni 2014

Filmkritik: Der Herr der Ringe III - Die Rückkehr des Königs


Wie auch schon die Bewertungen zu den ersten beiden Herr der Ringe-Filmen bezieht sich diese Besprechung des dritten Teils ebenso auf die Special Extended DVD Edition, die die Kinoversion um einige neue und erweiterte Szenen verlängert und somit ungefähr vier Stunden andauert. Zur sicherlich hinlänglich bekannten Handlung nur ein paar kurze Hinweise: Nach dem Sieg über Saruman und seine Orks macht man sich in Rohan daran, sich von der Schlacht zu erholen und die Schäden zu reparieren. Dann erfährt jedoch Gandalf, dass der dunkle Herrscher Sauron plant, die Hauptstadt von Gondor, Minas Tirith, anzugreifen, weshalb er sich mit Pippin auf den Weg dorthin macht. Aragorn, Gimli und Legolas bleiben in Rohan und versuchen den König zu überzeugen, Gondor zur Hilfe zu kommen. Währenddessen sind Frodo und Sam mit Gollum beinahe in Mordor angekommen. Gollum, der glaubt, Frodo habe ihn verraten, schmiedet einen Plan, wie er wieder an den Ring kommen kann, und treibt einen Keil zwischen Frodo und Sam, bis Frodo Sam wegschickt und Gollum alleine folgt, der ihn jedoch in eine Falle lockt…

Wie seine beiden Vorgänger folgt auch dieser dritte Film meistens sehr genau der Buchvorlage von Tolkien, wenn auch ein paar Änderungen vorgenommen wurden. Was sich im zweiten Teil bereits andeutete, war die allmähliche Entzweiung von Frodo und Sam, die auch noch von Gollum vorangetrieben wurde, und die nun im dritten Film ihren Höhepunkt erreicht, als Frodo Sam nach Hause schickt. Dieser Zwist, der vor allem auch die stärkere Kontrolle des Rings über Frodo verdeutlicht, kommt im Buch nicht vor, macht die Geschichte um Frodo und Sam jedoch meiner Meinung nach realistischer. Dass dieses Objekt, das so großen Einfluss auf Frodo gewinnt, keinerlei Schatten auf ihre Freundschaft wirft, mag man sich zwar wünschen, lebensnaher finde ich jedoch die Darstellung im Film. Das Ende von Saruman wurde komplett geändert, im Buch verwüstet dieser noch das Auenland, das die Hobbits bei ihrer Rückkehr zurückerobern müssen. Dieser Angriff auf die Heimat der Hobbits wurde komplett gestrichen, es ist im selben Zustand wie vor ihrer Abreise. Auch hier finde ich die Änderung im Film schlüssig, nach dem Höhepunkt der Ringzerstörung noch mehr Schlachten zu zeigen, hätte ich als etwas unpassend empfunden. Eine kleinere Änderung hat mit Aragorns Schwert von Elendil zu tun, das erst im dritten Teil und nicht wie im Buch im ersten Teil neu geschmiedet wird, was auch im Buch nicht auf Arwens Vorschlag hin geschieht. Der Zeitpunkt der Schwertschmiedung ist in meinen Augen nicht wirklich entscheidend, die stärkere Einbindung von Arwen knüpft an die beiden vorherigen Filme an, die ihr Schicksal deutlich länger als im Buch behandelten, was aber auch nicht stört. Außerdem kommt der Armee der Toten, die Aragorn hinter sich versammelt, im Film eine größere Bedeutung zu als im Buch. Sie helfen im Buch nur, die Korsarenflotte (Verbündete von Sauron) zu besiegen, im Film entscheiden sie die gesamte Schlacht um Minas Tirith, was ich jedoch auch als realistisch empfand, wenn man einmal die Massen an Orks, die Sauron aufwenden kann, bedenkt. Wie zuvor kann ich an den Änderungen zur Buchvorlage wieder einmal sehr wenig aussetzen.
Und auch sonst kann ich schon wieder nur in Lobeshymnen ausbrechen. Dieser dritte Film übertrifft die großartigen beiden ersten Teile noch einmal, er bedeutet den würdigen Abschluss einer herausragenden Filmtrilogie, die in allen relevanten Bereichen überzeugen kann: passende, einfühlsame, tolle Musik, die wieder hilft, auch diesem Teil eine einzigartige Atmosphäre zu geben, gute Schauspieler, die das Wesentliche ihrer Charaktere überzeugend herausstellen, tolle Kostüme und Kulissen, die mit so viel Detailtreue hergestellt wurden, atemberaubende Landschaftsaufnahmen, vor allem die Entzündung der Leuchtfeuer stellt für mich eine der landschaftlich beeindruckendsten Szenen überhaupt dar, eine gelungene Mischung aus packenden Schlachten und rührenden Momenten. Und dabei ist es gelungen, das Wesentliche der Handlung des Buches überzeugend herauszuarbeiten. Auch die Länge von fast vier Stunden tut diesem Filmvergnügen keinerlei Abbruch, vielmehr sitzt man gebannt vor dem Fernseher und merkt gar nicht, wie die Zeit vergeht. Dies wurde auch durch die stärkere zeitliche Verknüpfung der Geschichte von Frodo und Sam mit der der anderen Hauptfiguren unterstützt. Im zweiten Film wechselte die Handlung seltener zwischen beiden Geschichten, so dass ein Handlungswechsel immer einen gewissen Cut bedeutete. Diesmal wechseln sich beide Geschichten stärker ab, sind zeitlich eng miteinander verbunden und fesseln den Zuschauer noch stärker an den Film, der mehr als Einheit daherkommt und nicht mit zwei recht voneinander getrennten Handlungssträngen.

Fazit

Ein überaus gelungener Abschluss dieser großartigen Filmtrilogie, die mich auf ganzer Linie (zumindest in der Special Extended Edition-Version) überzeugen konnte. Ich denke, alles Wichtige ist gesagt, ich will mich nicht unentwegt wiederholen. Eine Verfilmung des Monumentalwerks von J.R.R. Tolkien kann man besser nicht gestalten, in einigen Punkten finde ich sie sogar besser als die Buchvorlage, was ich eigentlich nie Literaturverfilmungen attestiere. Es geht nicht besser. Schluss. Aus. Ende. Holt euch die drei Special Extended Editions, falls ihr sie noch nicht besitzt, drei herausragende Filme warten auf euch!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen