Mittwoch, 7. Mai 2014

Rezension: Horror Factory 16. Ammonit (Michael Marrak)

Bastei-Lübbe Digital
eBook, 1,99 €
ISBN: 978-3-8387-4999-0

Bastei Lübbe Digital
Audio-Download, 1,49 €
ISBN: 978-3-8387-7297-4


Ein kurzer Einblick

Die Nacht verbirgt ein ungeahntes Grauen, das Jahrzehnte lang tief unter der Erde schlummerte. Was verbirgt sich unter dem sagenumwobenen Solomon‘s Hill? Welch Grauen vermag die grassierende Seuche verbreiten? Regelmäßig prozessieren Menschen mit an Kreuzen genagelten Fettschwalmen, Krähen und Tauben zum Plateau, um diese als Abschreckung an das erwachende Wesen unter ihren Füßen aufzustellen.


Bewertung

Unter der Schirmherrschaft von Uwe Voehl startete am 29.05.2013 im Bastei Lübbe-Verlag die “Horror Factory“. Die Novellen werden zeitgleich als eBook und als Audio-Download veröffentlicht. Die einzelnen Storys sind in sich abgeschlossen.

Zur »Horror Factory« gibt es aufgrund der Kürze keine ausführlichen Rezensionen, wohl aber kurze Meinungen, um Spoiler zu vermeiden. Ein Überblick über bisher bewertete Werke lässt sich unter dem Label »Horror Factory« finden.

Es ist nun länger her, dass ich »Ammonit« las, doch erinnere ich mich an die Geschehnisse, als ob nicht viel Zeit vergangen sei. Das passiert mir nicht mit vielen Geschichten, schon gar nicht mit Novellen, die meist schnell ausgelesen sind und damit von vornherein eine schlechtere Chance besitzen im Gedächtnis zu bleiben. Michael Marrak jedoch hat es auch mit seinem zweiten Beitrag in der »Horror Factory« geschafft. Seine Art zu erzählen ist einprägsam. Der Autor trifft einen Nerv, der die Story ins Rampenlicht rückt und die Scheinwerfer nicht mehr ausschaltet. Dabei ist die Handlung überhaupt kein überragendes ideentechnisches Meisterwerk, sondern schildert auf sehr nüchterne Art eine klassische Geschichte im Universum H.P. Lovecrafts.

Der Ich-Erzähler gibt rückwirkend die Ereignisse der vergangenen Wochen wieder, während ringsherum das Grauen umgeht. Die Dunkelheit verbirgt eine Seuche, die von Fettschwalben übertragen wird. Die Rahmengeschichte um die Rückblende weckt erste atmosphärische Nebelwolken und zeichnet ein unbekanntes Grausen in die Nacht. Umso atemloser lauscht der Leser den Ausführungen des Erzählers, um den Ursprung der todbringenden Schwalben zu erfahren. Nur so viel sei verraten: Es hat irgendetwas mit einer alten Indianerlegende und einem ausgesprochenen Fluch zu tun. »Ammonit« ist niemals mehr als seichter Grusel von verdammt hoher Qualität und daher nicht unbedingt bestens innerhalb der »Horror Factory« aufgehoben, aber auch nicht vollkommen fehl am Platz. Wer derben Horror sucht, sollte diese Folge der Reihe auslassen.

Fazit

»Ammonit« siedelt sich im H.P. Lovecraft Universum an, verwurstet aber nicht die Großen Alten, sondern begibt sich auf Spurensuche, um eigene Abgründe zu suchen und zu finden. Wem Michael Marraks »Epitaph« zu abgedreht war oder wer auf angenehmen Grusel steht, sollte einen Blick riskieren.

4 von 5 Punkten

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