Donnerstag, 17. April 2014

Rezension: Panikattacke Deluxe (Romy Fischer)


Books on Demand
Taschenbuch, 141 Seiten
ISBN: 978-3-732-29291-2
9,90 €


Ein kurzer Einblick

Herzrasen, Schwitzen, Übelkeit, Fluchtgedanken… Wer an Panikattacken leidet, weiß, dass diese nicht komisch sind. So geht es auch der Autorin. Doch sie versucht, dieses Thema auf witzige, ironische und sarkastische Art und Weise dem Leser näherzubringen. Denn sie sagt: „Wenn man das Leben nicht mit Humor nimmt, dann frisst das Leben einen auf.“


Bewertung

Romy Fischer berichtet sehr offen über dieses Thema und ich fand es sehr spannend zu erfahren, wie ihr Weg von den Anfängen der Panikattacken bis zur eigenen Akzeptanz verlief. Ihre unbefangene Art hat ihr sicherlich durch diese schweren Jahre geholfen. Trotz des unverkennbaren Sarkasmus und der ironischen Worte bekommt man als Leser aber auch sehr gut mit, was für eine Belastung solche Attacken sind. Dieses Buch lädt daher nicht nur zum Schmunzeln ein, sondern lässt einem auch erkennen, wie gut es einem geht, wenn man selbst gesund ist.
Was mir ein wenig sauer aufgestoßen hat, war die Tatsache, dass sich die Autorin selbst immer wieder als verrückt bezeichnet. Dies schien mir ihre Kernaussage zu sein. Ich gebe ihr insofern recht, dass alle Menschen in irgendeiner Weise verrückt sind und „Macken“ haben. Wenn man es aber auf so ziemlich jeder Seite wiederholt, nervt es irgendwann einfach nur noch. Und ich kann beim besten Willen keinen Zusammenhang zwischen Verrücktheit im Sinne von "Macken" haben und Panikattacken in dem Maße, wie sie im Buch behandelt werden, sehen.
Ich hätte mir auch gewünscht, dass die Autorin mit den Episoden zeitlich nicht so sehr hin und her springt. Das hat es schwer gemacht einzuordnen, wann sich ihre Freunde wie verhalten, sie sich mit den Attacken durch die Läden kämpfen muss oder wann genau sie in Behandlung gegangen ist. Dadurch geht leider der Spannungsbogen verloren und man muss sich ein wenig zwingen, weiterzulesen. Dafür sind die einzelnen Abschnitte jedoch schonungslos offen, ehrlich und teilweise sehr kraftvoll.
Sollte sich ein Leser mit den beschriebenen Symptomen angesprochen fühlen und noch nicht wissen, was mit ihm los ist – Panikattacken lassen sich schwer diagnostizieren –, so ist dem- oder derjenigen nach Beendigung des Buches eventuell bewusst, was vielleicht die Ursache ist. Romy Fischer lässt den Leser aber auch an verschiedenen Methoden teilhaben, die eine Panikattacke abschwächen oder gar verhindern können. Das finde ich eine schöne Art, anderen Menschen Mut zu machen, sich der Krankheit zu stellen und sich nicht von ihr unterkriegen zu lassen.

Fazit

Ein direktes, ehrliches Buch über eine Krankheit, die eine große Alltagsbelastung darstellt, sich aber auch u.a. mit Entspannungstechniken und Humor bekämpfen lässt.

3,5 von 5 Punkten 


Wir danken Romy Fischer und dem BoD für das Rezensionsexemplar.

1 Kommentar:

  1. Das mit dem Verrückt-Werden ging mir auch auf den Keks, aber mich hat die Offenheit und das Verständnis beeindruckt. Hier ist meine Rezi: http://evyswunderkiste.blogspot.de/2014/08/panikattacke-deluxe-von-romy-fischer.html

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