Sonntag, 13. April 2014

Rezension: Loge der Lust (Sandra Henke)

Mira Taschenbuch
Taschenbuch mit Schutzumschlag, 432 Seiten
ISBN: 978-3-89941-391-5
8,95 €

Ein kurzer Einblick

Christeena McLight, kurz Teena genannt, wechselt nach der Polizeischule auf das Polizeirevier des verschlafenen Städtchens Gardenrye. Bei einem Verhör lernt sie den charismatischen Earl of Cunningham kennen, der während einer Sexparty bestohlen wurde. Ermittlungen führen zu einer Geheimloge, die sich trifft, um sexuelle Ausschweifungen zu begehen. Teena wird als Lockvogel auf ein Treffen eingeschleust und wird von dem sogenannten Alphawolf auf verführerische Art überfallen. Doch dann droht er ihr, ihre Maskierung auffliegen zu lassen...

Bewertung

Schon nach den ersten Seiten war ich von der Protagonistin ziemlich genervt. Zu Beginn gibt es direkt eine Szene, in der Teena in einem fahrenden Auto masturbiert. Die Szene war nicht erotisch, sondern meiner Meinung nach nur ziemlich dumm. Auch ansonsten fand ich Teenas Verhalten eher dumm als ansprechend. Kaum in ihrer Wohnung angekommen, lässt sie sich von ihrer neuen Nachbarin mit einer Champagnerflasche penetrieren. Sexuelle Freizügigkeit mag die eine Sache sein, sich gleich beim ersten Treffen auf solche Spielereien einzulassen, lassen mich eher an dem Geisteszustand der Protagonistin zweifeln. Auch der ständige Drang sich (fast) überall selbst zu befriedigen, wirkt sich störend auf den kompletten Roman aus. Die Geschichte, die der Klappentext verspricht, ist meiner Meinung nach nur gering umgesetzt. Auf den Earl von Cunningham wird viel zu wenig der Fokus gelegt, als dass er den Leser charismatisch erscheint. Die Nebenfiguren bleiben leider alle etwas blass. Sie werden zwar gut beschrieben und auch in die Geschichte gut eingeflochten, aber ihre Charaktere bleiben ziemlich im Dunkeln. Gerade Joshuas Handlungen konnte ich teilweise nicht nachvollziehen und hätte ihn anders eingeschätzt, als er sich in einer Szene zeigt.
„Loge der Lust“ ist zwar der Name des Romans, aber die Loge kommt nur in einer Szene vor. Nicht gerade viel, wenn man einen über 400 Seiten starken Roman vor sich hat.
Ansonsten war der Roman auch nicht gut, sondern eher mittelmäßig. Manche erotischen Szenen waren gut beschrieben, andere wiederrum weniger. Positiv zu erwähnen, ist aber der Sprache, die die Autorin benutzt. Sie findet die richtigen Worte, um ihre erotischen Szenen zu beschreiben und driftet dabei aber nicht in eine vulgäre und derbe Sprache ab, sondern schafft es den richtigen Ton zu treffen, auch wenn die Szenen mich an sich nicht wirklich angesprochen haben.

Fazit

„Loge der Lust“ ist nett, aber mehr nicht. Seichte Unterhaltung mit einer nervenden Protagonistin und blassen Nebenfiguren. Wer den erotischen Kick beim Lesen sucht und Gefallen an lesbischen Szenen und Maskerade hat, ein dickes Fell gegenüber nervigen Hauptprotagonisten, kann sich überlegen, diesen Roman zu kaufen. Wer nichts von diesen Punkten sucht, sollte einen großen Bogen machen.

1,5 von 5 Punkten


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