Mittwoch, 16. April 2014

Rezension: Horror Factory 15. Necroversum 2. Der Friedhof (Uwe Voehl)

Bastei-Lübbe Digital
eBook, 1,99 €
ISBN: 978-3-8387-4762-0

Bastei Lübbe Digital

Audio-Download, 1,49 €
ISBN: 978-3-8387-7296-7


Ein kurzer Einblick

Ein idyllisches Dorf. Die Vorbereitungen zur Housewarming-Party sind in vollem Gange. Der Strom fällt aus. Goebbels hält eine Rede im Radio. Ein übler Scherz der seltsamen Nachbarn von Gegenüber? Die stahlhelmtragenden Typen belehren Suse schnell eines besseren. Sie flüchtet aus dem Dorf, dessen Bewohner verrückt geworden sind, und sieht wie Jagdbomber den Angriff auf das Dorf eröffnen.

Bewertung

Unter der Schirmherrschaft von Uwe Voehl startete am 29.05.2013 im Bastei Lübbe-Verlag die “Horror Factory“. Die Novellen werden zeitgleich als eBook und als Audio-Download veröffentlicht. Die einzelnen Storys sind in sich abgeschlossen.

Zur »Horror Factory« gibt es aufgrund der Kürze keine ausführlichen Rezensionen, wohl aber kurze Meinungen, um Spoiler zu vermeiden. Ein Überblick über bisher bewertete Werke lässt sich unter dem Label »Horror Factory« finden.

»Der Friedhof« ist die Fortsetzung von Uwe Voehls Mini-Serie »Necroversum«, die ihren Auftakt mit »Der Riss« fand. Da die »Horror Factory« nur in sich geschlossene Storys veröffentlicht, lässt sich vorliegender zweiter Teil alleinstehend lesen, da Bezüge zum Vorgänger nicht erwähnt werden. Vorteilhaft ist die Kenntnis der Vorgeschichte allerdings ungemeint, da es eben keine Wiederholung oder erklärende Ausführungen gibt. Hier liegt im Konzept der Mini-Serie eine Schwäche, die das Leseerlebnis nicht unbedingt rund gestaltet.

Zum ersten Band schrieb ich, dass Uwe Voehl die sprunghafte Handlung zu einem waghalsigen, aber genialen Stilmittel erhoben hat. Sprunghaft ist »Der Friedhof« nicht mehr und auch die Charaktervielfalt ist nicht mehr ganz so groß - vor allem, was die Naturen der Figuren angeht. Stattdessen setzt der Autor auf eine klassischere Erzählstruktur. Cliffhanger wurden zurückgeschraubt, alte aufgenommen, einige nicht weiter erwähnt und neue eröffnet. Ein Gesamtbild der Geschehnisse zeichnet sich nicht ab, vielmehr mutet die Handlung zunehmend konfus an. Einen Fixpunkt, auf den hingearbeitet wird, gibt es nicht. Natürlich läuft alles irgendwie auf das Erscheinen des absolut Bösen hinaus, aber die Auflösung der Story liegt tief begraben im Nirgendwo. Mal sehen, wie Uwe Voehl die Handlungsfäden zusammenführen will; wenn er es denn überhaupt tut. Der in sich geschlossenen Geschichten würde ein Wiederaufgreifen aller Fäden im Wege stehen.

Fazit

Die Apokalypse ist hereingebrochen. Hoffnungslosigkeit macht sich breit. Furcht greift um sich. Die Dunkelheit ist gekommen! Wir dürfen gespannt sein, worauf die Mini-Serie »Necroversum« hinauslaufen wird. An all jene, die erst jetzt auf die »Horror Factory« stoßen, lest zuerst »Der Riss«.

4 von 5 Punkten

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