Montag, 21. April 2014

Rezension: Ein Jahr in Wien (Tonja Pölitz)

Herder
Flexcover, 192 Seiten
ISBN: 978-3-451-06681-8
12,99 €

Ein kurzer Einblick

Eines Tages kam der Anruf. Wien. Tonja Pölitz nahm das Angebot an und ist seit 2008 Korrespondentin um ZDF-Studio in Wien. Wie sie das erste Jahr in Wien erlebt hat und über die Fettnäpfchen, die sich vor  ihr aufgetan haben, davon berichtet sie in diesem Buch.

Bewertung

Wien, die Stadt der Wiener Schnitzel, Sachertorten und Fiaker. Viel hört man davon, aber noch viel mehr muss man selbst erleben. Tonja Pölitz sagte nicht nein, als ihr das Angebot unterbreitet wurde nach Wien zu gehen um die dortige Berichterstattung zu übernehmen. Der Leser begleitet sie von dem ersten Anruf, den sie in ihrem Bademantel annimmt, über die Wohnungssuche, Liebeleien und natürlich österreichisch-deutsch, deutsch-österreichisch.
Tonja Pölitz' Schreibstil ist angenehm und das Buch lässt sich gut lesen. Es gibt Stellen, die mal mehr oder weniger interessant sind, aber hier liegt das Interesse auch beim Leser. Ich habe mich für das Buch interessiert, da ich selber nach Wien fahren werde. Für mich waren die Eindrücke, die Tonja im Kaffeehaus gemacht hat am interesssantesten, z.B. bei der Bestellung von Bratkartoffeln (natürlich mit dem österreichischen Eigennamen) und überhaupt alles, was die österreichische Lebensweise zu bieten hat. Auch sehr interessant war die Passage, als sie auf Natasha Kampusch getroffen ist, oder besser gesagt zu welcher List sie gegriffen hat, um sie zu treffen. 
Tonja  Pölitz hat aber nicht nur Einblicke von Wien mitgegeben, sondern auch von sich selbst und dieses Buch damit ein Stück persönlicher für den Leser gemacht.
Man findet sich gut in ihrer Welt zurecht und fühlt und lacht mit ihr.
Auch sehr interessant sind die Deutschen, die in Wien leben und die sie trifft. Geschichten, wie sie nur das Leben schreibt und  im deutsch-österreichischen Leben vorkommen.
Sehr gut hat mir noch der Ausflug in die vielen Eigennamen gefallen. Statt einer Tüte bekommt man ein „Sackerl“ und die Aubergine hört auf den wunderschönen melodischen Namen „Melanzani“. Überhaupt verniedlichen die Österreicher sehr viel, was für mich als Hesse schon sehr anders und auch ein wenig irritierend klingt.

Fazit

Tonja Pölitz hat den Leser auf eine ereignisreiche Reise nach Wien mitgenommen, die ein Jahr dauert. Man erkundet mit ihr die neue Umgebung, hat Probleme bei der Wohnungssuche und auch bei der Bestellung eines Kaffees. Viele unterschiedliche Aspekte werden beleuchtet und man bekommt einen kleinen, aber sehr feinen Einblick über die Unterschiede von Deutschland und Österreich und über die Menschen die in diesen Ländern wohnen. Für Interessierte und Nicht-Kenner des Landes zu empfehlen.

3 von 5 Punkten

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