Dienstag, 15. April 2014

Rezension: Die verlassene Stadt (Erin Hunter)

5 CDs, 6 Std. 45 Min.
ISBN: 978-3-407-81165-3
19,95 €

Ein kurzer Einblick

Ein Beben zerstört die Stadt, in der Lucky sich befindet. Aber es zerstört auch die Tierheimanlage, so dass Lucky wieder in die Freiheit hinaus kann. Aber alle Menschen sind verschwunden und mit ihnen die Nahrung. Durch einen Zufall trifft Lucky auf eine Gruppe Leinenhunde und schließt sich ihnen erst einmal an.

Bewertung

Nach den Kriegerkatzen und den Bären hat das Autorenteam Erin Hunter nun die Hunde auf ihre Leser/Hörer losgelassen.
Schauplatz ist eine Stadt, die von einem kräftigen Beben heimgesucht wurde und so gut wie kein Stein mehr auf dem anderen steht. Dadurch kommt Lucky zwar aus dem Tierheim frei, aber es wird schwieriger, sich Nahrung zu besorgen. Lucky trifft auf seinem Weg noch andere Hunde. Bei einem Rudel Leinenhunde trifft er eine alte Bekannte wieder und bleibt vorerst bei ihnen. Dort bemerkt er, dass die Hunde ganz schön unterschiedlich sind. Nicht nur im Aussehen, sondern auch in ihrem Verhalten. Das Autorenteam hat sich gut in die Welt der Hunde eingelesen. Einzig manche Ausdrücke wie Scharfhunde und Kampfhunde finde ich nicht wirklich gelungen, da sie die Tiere in ein Klischee drängen, über das sich jeder Hundebesitzer aufregen könnte.
Ansonsten fand ich die Geschichte sehr angenehm und die Hunde sehr einfühlsam beschrieben. Auch empfand ich es als gut, dass es durch das Rudel Leinenhunde viele unterschiedliche Rassen gab, auf die das Autorenteam auch gut eingegangen ist. Nur die oben erwähnten Klischeevorstellungen fand ich unpassend. Hier wäre es einfach besser gewesen, noch mehr auf die Rasse einzugehen und vielleicht auf die Vorzüge, bzw. Nachteile der einzelnen Tiere.
Die Stimme von Sprecher Julian Greis passt gut zu dem Hörbuch und hat mich angenehm in die Geschichte hineinversetzt. Noch fehlt ein bisschen der Wiedererkennungswert der einzelnen Hunde, aber ich bin sicher, dass es sich mit mehreren Hörbüchern geben wird.
Auf jeden Fall wurde das erste Hörbuch mit einer guten Stimme besetzt, der man angenehm folgen kann.
Die hundetypischen Verhaltensweisen und Ausdrücke haben mir ein bisschen gefehlt.  Ich hoffe, dass in den nachfolgenden Bänden noch mehr darauf eingegangen wird.
Dafür wurde der Leser mit vielen „hundischen“ Wörtern erst einmal etwas durcheinandergebracht. Die Menschen werden „Langpfoten“ genannt. Am Anfang konnte ich mich mit dem Wort nicht anfreunden, aber während der Geschichte gewöhnte ich mich daran. Auch die anderen Wörter waren etwas gewöhnungsbedürftig, aber vom Aufbau der Geschichte wusste der Hörer schnell, welche Menschendinge gemeint sind. 

Fazit

„Die verlassene Stadt“ ist ein netter Auftakt zu einer neuen Reihe um das Autorenteam Erin Hunter. An manchen Stellen schwächelt das Hörbuch noch ein bisschen, aber es hat durchaus Potential und ich bin mir sicher, dass das Autorenteam daraus schöpfen wird.

3,5 von 5 Punkten

Wir danken Beltz & Gelberg für das bereitgestellte Rezensionsexemplar

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