Dienstag, 22. April 2014

Rezension: Alisik 1. Herbst (Hubertus Rufledt/Helge Vogt)

Carlsen
Softcover, 112 Seiten
ISBN: 978-3-551-77026-4
7,99 €

Ein kurzer Einblick

Alisik ist tot. Aber nicht so richtig, denn sie ist zwischen dieser Welt und dem Jenseits gestrandet. Sie hat keine Erinnerungen an ihr Leben, aber findet schnell heraus, dass sie keines natürlichen Todes gestorben ist. Dabei hat sie Hilfe von den anderen Postmortalen, die wie sie auf dem Friedhof festsitzen und von Ruben, einem blinden Jungen, der der einzige Mensch ist, der sie wahrnehmen kann. 

Bewertung

Alisik ist ein wirklich wunderschön gezeichneter Comic, der einen mit seinen detailreichen Bildern sofort in seinen Bann zieht. Nicht nur die Details sind gut ausgearbeitet, auch die Farbgebung ist einfach wunderschön gezeichnet und passt sich mit seinen dunklen, aber auch manchmal helleren Tönen sehr gut der Geschichte an.
Die Geschichte dreht sich um das Mädchen Alisik, die plötzlich als eine Art Untote, eine Art deswegen, da sie für Menschen eigentlich nicht zu sehen ist, aus ihrem Tod aufwacht. Sie befindet sich auf einem Friedhof mit anderen Untoten, die in diesem Comic den klangvollen Namen Postmortale bekommen haben. Alisik ist erst einmal verwirrt und muss sich in ihrem neuen Leben zurechtfinden. Schön dabei ist, dass sich der Leser mit Alisik zusammen zurecht finden muss und somit einen guten Einstieg in die Geschichte geliefert bekommt. Man lernt nach und nach die Begebenheiten kennen, wie auch die anderen Postmortalen. Hinter jedem dieser Postmortalen steckt natürlich auch eine Geschichte und in diesem Band erfährt man die Geschichte von Oma Samtkraut. Ich bin ein Fan von Hintergrundgeschichten in Geschichten und fand die Art, wie es hier in diesem Comic gemacht wird, sehr schön beschrieben und es hat auch sehr gut in die Geschichte hineingepasst und wirkte nicht störend. Ein bisschen störend fand ich allerdings die Zeichnung der Hauptperson Alisik. Ihre überzeichneten Wangen und dieser arg zugespitzte Mund haben am Anfang mein Gesamtbild von ihr gestört. Während ich den Comic dann weiter gelesen habe, sind diese Merkmale mir nicht mehr so störend im Bild aufgefallen. Dafür allerdings ist mir dann ihr Brustansatz, der doch recht sexy dargestellt wird, mehr ins Auge gefallen. Er hat mich in dieser Richtung irritiert, da der Band für Leser/innen ab 12 empfohlen ist. Vierzehn würde ich hier empfehlenswerter finden.
Ansonsten sind in diesem Comic sehr viele Kleinigkeiten versteckt, die es einfach Spaß macht zu entdecken. Zum Beispiel befindet sich auf manchen Seiten ein kleiner rosa Hase, der immer passend zur Geschichte Emotionen zeigt, oder einfach auch nur Faxen macht. Auch ansonsten ist der Comic sehr detailreich. Nach dem Lesen sollte man unbedingt sich noch einmal alle Bilder genauer anschauen, damit einem nur nichts entgeht. Während des Lesens geht das leider nicht so gut, da einem die Geschichte so in seinen Bann zieht, dass man fast über die Seiten fliegt. 

Fazit

Alisik ist ein sehr schön gezeichneter Comic mit einer fesselnden Geschichte, die noch viele unbeantwortete Fragen enthält und Lust auf den zweiten Band macht. Die Zeichnungen sind sehr detailreich und sehr passend für diese Geschichte. Auch die Stimmung ist gut in den Zeichnungen wiedergegeben, so dass alles ein schlüssiges Bild ergibt.

5 von 5 Punkten

1 Kommentar:

  1. Dieser Rezension kann ich voll und ganz zustimmen.
    Mir gefiel die Sache mit den Postmortalen ziemlich gut, da es die Dauer-Vampir-Welle, die ja in den letzten Jahren die Medien beherrscht, mal unterbricht.

    Liebe Grüße,
    Seitenfetzer

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