Samstag, 29. März 2014

Rezension: Serienunikat (Chantal-Fleur Sandjon)

Script 5
Klappenbroschur, 320 Seiten
ISBN: 978-3-8390-0168-4
14,95 €

Ein kurzer Einblick

Ann-Sophie möchte raus. Raus aus Nußloch, ins große, 644km entfernte Berlin. Dort will sie studieren, muss sich erst aber einmal mit der Suche nach einer Wohnung befassen. Unterwegs will sie zu sich selbst finden und herausfinden, was sie eigentlich im Leben will.

Bewertung

Chantal-Fleur Sandjon hat mich vordergründig nicht mit ihrer Geschichte in den Bann gezogen, sondern als erstes mit ihren wunderschönen poetischen Sätzen, in die ich mich sofort verliebt habe. Diese Sätze durchweben den ganzen Roman und geben ihm dadurch eine ganz eigene Stimmung, in die ich mich mit Freuden habe hineinfallen lassen.
In ihrem Roman geht es um Ann-Sophie, die sich nach Berlin aufmacht, ihren Freund und Eltern zurücklässt und dort Fuß fassen möchte. Studieren will/soll sie Pharmazie, da ihre Eltern eine Apotheke besitzen. Trotz der großen Entfernung sind ihre Eltern immer noch präsent und nehmen Ann-Sophie einen Teil ihrer Luft, die sie zum Atmen braucht. Auch mir als Leser gingen sie auf die Nerven, da ich ihre Einstellung überhaupt nicht nachvollziehen kann. Auch fand ich sie zu übertrieben dargestellt, so dass sie leider nicht mehr ernst zu nehmen waren und nicht authentisch wirkten.
Die anderen Charaktere, insbesondere die in der WG, fand ich gut dargestellt. Ziemlich unterschiedlich, egal in welcher Richtung, aber dennoch irgendwie liebenswert.
Was mich ein bisschen gestört hat, war der leichte Umgang mit Drogen. Auch wenn ich denke, dass es durchaus in manchen Gruppen als „normal“ gilt, hat mich der Umgang damit doch genervt. Auch Ann-Sophies Absturz fand ich zu hart und schnell. Ich hatte während der Passagen das Gefühl, dass die Protagonistin sich um 180 Grad gedreht hat und gar nicht mehr wirklich die Person war, die ich am Anfang des Romans kennengelernt habe. Natürlich ist mir schon klar, dass Drogen Menschen verändern, aber ich fand, es geschah in diesem Roman einfach zu rasant.
Was ich sehr schön und passend fand, waren die Social-Media-Einträge über jedem Kapitel. Die Meisten waren von Ann-Sophie, aber später kamen auch Einträge von ihren Mitbewohnern und sogar von Titus, Ann-Sophies Freund, hinzu. Die Einträge sorgten immer für ein Schmunzeln und irgendwann habe ich mich sogar gefreut, wenn ein Kapitel zu Ende ging und es den nächsten Eintrag gab.
Zu dem Cover möchte ich nur erwähnen, dass es eine grässliche Farbe hat. In einer Buchhandlung würde ich wohl einen Bogen um den Roman machen, wenn ich den Klappentext nicht vorher gelesen hätte. Die Köpfe mit den austauschbaren Accessoires finde ich wiederrum sehr gelungen und passend zu dem Titel.

Fazit

Die Geschichte, um die es in „Serienunikat“ geht, hat seine kleinen Höhen und Tiefen für den Leser. Die wunderschöne poetische Schreibweise trägt einen aber über die Tiefen hinweg und sorgt dafür, dass man nur so durch die Geschichte fliegt. Sympathische, sowie verrückte Protagonisten erquicken die Geschichte und begleiten den Leser auf der Suche nach Ann-Sophies Freiheit in Berlin. 

4 von 5 Punkten


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