Donnerstag, 20. März 2014

Rezension: Horror Factory 12. Tief unter der Stadt (Christian Weis)

Bastei-Lübbe Digital
eBook, 1,99 €
ISBN: 978-3-8387-4985-3

Bastei Lübbe Digital
Audio-Download, 1,49 €
ISBN: 978-3-8387-7293-6


Ein kurzer Einblick

Ein uraltes Geheimnis lauert im Keller jenes Haus, indem Judith den bestialischen Mord beging. Was bedeuten die Bisswunden an der Leiche? Wie kann eine so junge Frau einen so blutigen Mord begehen? Hauptkommissar Lutz steigt mit der Psychologin Eva in die Tiefen des Kellers hinab, um das Geheimnis zu ergründen.

Bewertung

Unter der Schirmherrschaft von Uwe Voehl startete am 29.05.2013 im Bastei Lübbe-Verlag die “Horror Factory“. Die Novellen werden zeitgleich als eBook und als Audio-Download veröffentlicht. Die einzelnen Storys sind in sich abgeschlossen.

Zur »Horror Factory« gibt es aufgrund der Kürze keine ausführlichen Rezensionen, wohl aber kurze Meinungen, um Spoiler zu vermeiden. Ein Überblick über bisher bewertete Werke lässt sich unter dem Label »Horror Factory« finden
.
»Tief unter der Stadt« ist ein Mystery-Krimi mit okkulten Elementen. Ein bestialischer Mord erschüttert die Stadt. Niemand kann so richtig glauben, dass Judith die Täterin ist, obwohl alle Spuren auf sie deuten. Um das Rätsel zu klären, besichtigt Hauptkommissar Lutz mit der Psychologin Eva den Tatort, um festzustellen, dass ein uraltes Geheimnis im Keller verborgen liegt. Spätestens ab diesem Punkt schlägt die Handlung in eine mysteriöse und spannungsgeladene Atmosphäre um. Einfallsreich inszeniert Christian Weiß die Story, um beständig weitere schleierhafte Schnipsel hinzuzufügen, die das Feuer des Rätselratens erneut schüren. Das Raten um die Auflösung macht verdammten Spaß, denn zu simpel erscheint die Story, als dass die Lösung nicht auf der Hand läge. Hier liegt die Finte: Das Ende ist überraschend, das Spiel mit den Erwartungen hat bestens funktioniert. Zuguterletzt streut der Autor eine historische Komponente ein, die der Handlung einen kleinen epischen Touch größerer Dimensionen verleiht. Ein gelungener Schachzug, um die Geschichte in ein Setting einzubetten, dass die Fantasie beflügelt.
Das Niveau der hervorragenden Erzählungen bisheriger Bände aus der »Horror Factory« erreicht »Tief unter der Stadt« nicht, zu angenehm, zu einfach liest sich die Novelle herunter. Der Qualität schadet das nicht, denn die Story ist zu gut, als dass das eBook direkt vergessen beiseitegelegt werden würde. Viel Potential verschenkt der Autor beim Antagonisten, wird deren Hintergrund doch nur grob umrissen und angeschnitten. Geheimnisvoller mag die Gestalt erscheinen, gefährlicher auch, aber das Gefühl Informationen vorenthalten zu bekommen bleibt: Geschmacksache, wie das offene Ende auch.

Fazit

Christian Weiß erschuf mit »Tief unter der Stadt« ein erzählerisch und qualitativ hochwertiges Leseerlebnis mit kleinen Schwächen und geschickten Schachzügen, um die Handlung durchweg spannungsvoll zu halten. Weitere Geschichten um den Antagonisten wären begrüßenswert, verbirgt sich in dem Charakter doch noch viel Potential.

3,5 von 5 Punkten

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