Montag, 24. März 2014

Rezension: Gott schütze dieses Haus (Elizabeth George)

Goldmann
Taschenbuch, 400 Seiten
ISBN: 978-3-442-47825-5
9,99 €

Ein kurzer Einblick

Ein idyllisches englisches Dörfchen in Yorkshire wird durch einen grausamen Mord erschüttert. Die leicht debile Tochter von William Teys sitzt neben der enthaupteten Leiche ihres Vaters und gesteht die Tat. Inspector Lynley und Seargent Havers wird der Fall zugewiesen. In dem Dorf stolpern sie nicht nur über ein Geheimnis...

Bewertung

Ich lese selten Bücher zweimal. Aber weil ich bisher die Lynley und Havers-Reihe quer gelesen habe und auch gar nicht mehr genau weiß, welche Romane es alle waren, fange ich wieder mit der Reihe an und hoffentlich auch halbwegs in der richtigen Reihenfolge.
Dies ist der erste Band, in dem Lynley und Havers zusammen als Ermittlerteam auftreten. Es gibt noch einen Vorgängerband „Mein ist die Rache“, aber dort tritt Havers noch nicht auf. Havers hat keinen leichten Stand bei der Polizei. Schon einmal degradiert, hat sie nun wieder die Chance aufzusteigen und muss sich unter der Leitung von Lynley beweisen. Dies ist ihr natürlich zu wider, da sie Lynley für einen Playboy hält, der nur Dank seiner adeligen Herkunft einen Posten bei der Polizei bekommen hat. Auch Lynley hat den Aufstieg und Fall von Havers mitbekommen und geht nicht ganz ohne Hintergedanken an die Zusammenarbeit. Im Dorf angekommen, treffen sie gleich auf viele interessante Charaktere, die jede Menge Geschichten zu erzählen haben, aber auch genau so viele Geheimnisse hüten. Auch treffen sie auf Simon St. Claire und seine frisch angetraute Frau Deborah, die dort auf Hochzeitsreise sind. Die Situation ist verzwickt, denn Lynley ist mit ihnen befreundet, aber ihre Hintergrundgeschichte ist nicht ohne gemeinsame Tragödien.
Elizabeth George hat ein Gespür für tragische Geschichten und wie man diese dem Leser nahebringt. Ihre Hauptprotagonisten Lynley und Havers sind sehr unterschiedlich und nähern sich in diesem Roman einander an. Dies hat George gekonnt beschrieben und als Leser konnte man sich in die Gefühlswelten von Beiden gut einfühlen. Zum Schluss, als man schon mehr über Beide wusste, sind manche Szenen mir besonders ans Herz gegangen und ich habe etwas mitgelitten.
Das ganze Zusammenspiel zwischen den einzelnen Figuren, die aufgezeigten Schwächen und die hervorgehobenen Stärken mit einer äußerst interessanten kriminalistischen Geschichte, machen diesen Roman zu etwas besonderem. Von den ersten Seiten an war ich gefangen und habe die Geschichte in zwei Tagen durchgelesen. Das einzige, worüber ich gestolpert bin, war die Beschreibung Robertas. Laut Buch ist sie gut 1,80 m groß und wiegt knapp zwei Zentner. Sie wird weiterhin als sehr dick beschrieben. Sicher mit zwei Zentnern ist man auch bei einer Größe von 1,80 nicht mehr schlank, aber hier fand ich die Beschreibungen doch etwas zu unrealistisch.
Ansonsten bin ich vollauf zufrieden mit der Geschichte. Die  letzten Seiten musste ich in einem Rutsch durchlesen, da man als Leser keine Chance hat, der Geschichte zu entfliehen.

Fazit

Elizabeth George ist eine Meisterin der Erzählkunst. Man ist sofort in den Verwicklungen der Geschichte gefangen und fiebert der Lösung des Falls genauso entgegen, wie Lynley und Havers.  Der Leser schaut in menschliche Abgründe, wird von ihnen gefangen genommen und hält entsetzt inne. Ein Krimi der Meisterklasse.

4,5 von 5 Punkten

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