Mittwoch, 19. März 2014

Rezension: Buk und Jimmy ziehen nach Westen (Brett McBean)

Festa Verlag
Taschenbuch, 160 Seiten
Privatdruck, keine ISBN
12,80 €


Ein kurzer Einblick

Buk ist ein Filmfreak. Buk weidet sich durch Blutfontänen und kerniger Sprüche seinen Weg bis nach Hollywood. Hollywood, die Heimat der Stars, die Heimat seiner wahren Freunde. Buk spielt im Film seines Lebens die Hauptrolle. Als Psychopath gesegnet, nimmt er dankbar das Opfer Jimmys an, sein willfähriger Diener zu sein, ihm das Handwerk des Tötens beizubringen.

Bewertung

Wenn Buk einen Rastplatz verlässt, hinterlässt er eine Schlachtbank abgemurkster Menschen, die zufällig zur falschen Zeit am falschen Ort verweilten. Buk hatte Spaß, die Welt ein paar ersetzbare Nebendarsteller weniger. Stören tut es niemanden, die Polizei kommt ihm nicht auf die Schliche. Um Buks Handeln zu begreifen, muss ich ein wenig in seiner Vergangenheit kramen. Buk liebt Filme. Er kennt alle berühmten Klassiker. Seine Mitschüler verstehen seine Leidenschaft nicht so recht. Seine Vater ist ein nörgelnder Säufer, seine Mutter eine gehörige Hausfrau. Beide können ihn nicht ausstehen. Missachtet und verachtet, wird Buk zum Außenseiter abgestempelt. Die Filmwelt wird seine neue Realität - und er spielt die Hauptrolle! Blut und Gewalt bringen ihm Befriedigung. Einsam und geistig irre, streift der Psychopath durchs Land. Hinterlässt übel misshandelte Leichen, geilt sich am Flehen der Sterbenden auf und nimmt jede krumme Bemerkung zum Anlass, seinem Eifer nachzugehen.

Eines Tages rettet Buk Jimmy. Dieser droht von einem Verrückten ermordet zu werden. Als Gegenleistung zur Rettung bietet sich Jimmy Buk als persönlicher Sklave an. Buk nimmt ihn als Schüler in Ausbildung Mord an. Doch Jimmy ... Nun, auf die hintersinnigen Gedanken, die Brett McBean hinter seinen Charakteren versteckt hat, die sarkastische Wendung, die er dem Roman gibt, möchte ich nicht eingehen. Von Mord und Gewalt handelt der Roman nur in erster Linie. Stattdessen möchte ich lieber ein paar Worte über den Romanaufbau verlieren. »Buk und Jimmy ziehen nach Westen« ist eine schnörkellos erzählte Geschichte - aber verdammt spannend! Aufgemacht ist das Storytelling in einer Art Drehbuch. Zum Charakter Buk passt die Form damit wunderbar. Jedes Kapitel beginnt mit einer Ortsbeschreibung und Kamerafahrt. Filmfeeling und entsprechende Bilder werden erzeugt. Der Autor hat ein verdammt gutes Händchen für wirkungsvolle Imagination. Eine Comiceinlage (einen Geschmack gibt das Cover) unterstreicht den trashigen Ton dieses schmalen Büchleins.

Fazit

Vordergründig metzelt sich ein Psychopath durch den Südwesten Amerikas. Hintergründig versteckt Brett McBean einen zynisch sarkastischen Unterton zwischen den Zeilen, der dem Roman eine überraschende Tiefe gibt, ohne den eingängig spannenden Erzählstil einzuschränken.

3,5 von 5 Punkten

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