Montag, 24. Februar 2014

Rezension: Noah (Sebastian Fitzek)

Hardcover, 559 Seiten
ISBN: 978-3-7857-2482-8
19,99 €

Ein kurzer Einblick

Noah kann sich nicht an sein früheres Leben erinnern. Er weiß nicht, wo er herkommt, wie sein richtiger Name lautet oder warum er in Berlin auf der Straße gefunden wurde, angeschossen. Sein einziger Hinweis ist die Tätowierung in seiner Handinnenfläche: Noah. Auf der Suche nach seiner Herkunft scheint er ein wesentliches Element einer Verschwörung zu sein, die schon unzählige Menschenopfer gefordert hat.

Bewertung

„Noah“ beginnt harmlos und steigert sich von Seite zu Seite. Der Roman packt einen, bringt die Gedanken durcheinander, zieht den Leser in ein dunkles Netz von Verschwörungen und lässt ihn nachdenklich zurück.
Der Roman beginnt damit, dass er einen Blick in die Elendsviertel von Manila wirft und dort Alicia mit ihren zwei Söhnen aufzeigt. Schonungslos wird dem Leser vor Augen geführt, wie diese Menschen dort leben müssen, fernab von Wasserleitungen, Komfort und genug Nahrung. Dies ist ein kleiner Strang des Romans, im anderen Strang begleitet der Leser Noah und ein paar andere Personen, welche für diese Geschichte wichtig sind. Jeden Strang habe ich mit Vergnügen gelesen und war wie hypnotisiert von der Geschichte. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und von vielen Seiten beleuchtet. Das macht sie vielschichtig und ermöglicht dem Leser, sie auch von mehreren Seiten zu betrachten und die Meinung  über sie während des Lesens der Geschichte immer wieder schwanken zu lassen. Die Grauzone hat mir den ganzen Roman über gut gefallen. Fitzek spielt damit meisterlich und hält die Spannung dadurch den gesamten Roman über oben. Aber nicht nur die Charaktere haben mir gut gefallen, sondern auch das Setting des Romans. Die Hauptprotagonisten verweilen nicht lange an einem Ort und sind ständig in Bewegung, was der Geschichte gut tut und den Leser mitreißt.
Vom Ende bin ich nicht ganz so begeistert wie vom Rest des Romans. Das Ende an sich war spannend und hat mich noch einmal richtig in seinen Bann gezogen, aber die Auflösung des Plots hat mich doch ziemlich irritiert zurückgelassen. Ich hab einfach etwas anderes erwartet und in meinen kühnsten Gedanken wäre ich nicht auf diese Auflösung um die Schlüsselfigur Noah gekommen.
Das Cover des Romans hat mir sehr gut gefallen. Zu sehen ist Noahs Hand, in der sein Name eintätowiert ist. Das Cover, also die Hand, leuchtet im Dunkeln, was dem Buch eine unheimliche Atmosphäre verleiht. Man sollte auch genau aufpassen, wo man es hinlegt, sonst wundert man sich, was plötzlich den Raum erhellt.

Fazit

Noah ist nur ein Roman und doch viel mehr. Er weiß zu unterhalten, aber auch auf einer anderen Ebene Aufmerksamkeit zu erregen und über sich, über die Welt und über so vieles mehr nachzudenken. Mich hat das Ende noch ziemlich lange beschäftigt. Leider kann ich hier nicht soviel darüber schreiben ohne zu spoilern. Meine Empfehlung an euch: Lest Noah!

4,5 von 5 Punkten

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