Dienstag, 25. Februar 2014

Rezension: Horror Factory 11. Glutherz (Oliver Buslau)

Bastei-Lübbe Digital
eBook, 1,99 €
ISBN: 978-3-8387-4965-5


Bastei Lübbe Digital
Audio-Download, 1,49 €
ISBN: 978-3-8387-7266-0


Ein kurzer Einblick

Olympia wacht in einer dunklen Dachkammer auf. Ihr Herz glüht rot - ist sie ein Mensch oder ein Automat? Mit der Fähigkeit in der Zeit zu reisen, begibt sie sich auf die Entdeckungsreise ihrer Herkunft. Dunkle Mächte sind ihr auf den Fersen, um ihr ein Geheimnis zu entreißen, das sie selber nicht kennt.

Bewertung

Unter der Schirmherrschaft von Uwe Voehl startete am 29.05.2013 im Bastei Lübbe-Verlag die “Horror Factory“. Die Novellen werden zeitgleich als eBook und als Audio-Download veröffentlicht. Die einzelnen Storys sind in sich abgeschlossen.

Zur »Horror Factory« gibt es aufgrund der Kürze keine ausführlichen Rezensionen, wohl aber kurze Meinungen, um Spoiler zu vermeiden. Ein Überblick über bisher bewertete Werke lässt sich unter dem Label »Horror Factory« finden.

Ehrlich gesagt, fällt es mir schwer über diese Novelle überhaupt ein paar Worte zu schreiben. Nicht, weil die Story so desaströs wäre, sondern weil ich so gar kein Hintergrundwissen zu E.T.A Hoffmann habe. Anders als bei »Die Todesuhr« von Robert C. Marley - auch da habe ich garantiert keine Bezüge zu Poes Werken erkannt - kenne ich den Autor E.T.A. Hoffmann gar nicht. Man verzeihe mir daher bitte eventuell falsch hingestellte Aussagen. Das war dann keine Absicht.
»Glutherz« basiert auf oder nimmt sich Versatzstücke aus Hoffmanns Erzählung »Der Sandmann«, speziell dichtet Oliver Buslau um die Figur Olympia eine neue Geschichte. Aber auch die Figuren Nathaniel, Coppelius oder Spalanzani haben ihren Auftritt. Um mich nicht in Ungereimtheiten zu verstricken, lasse ich Geschichtsbezüge und Charakterveränderungen durch die Reinterpretation Buslaus außen vor.
Olympia ist ein wunderbarer Sympathieträger, die durch die mystische Art - was ist sie wirklich? - von einem geheimnisvollen Nebel umwoben ist. Die Spieluhr - Geisterherbeirufer, Beschützer Olympias? - öffnet mehr fragende Türen als Antworten zu geben. Ängstlich und verschreckt traut sich sie erst nach langer Zeit aus der Dachkammer und trifft auf eine Welt, die ihr feindlich gesonnen ist. Wo soll sie hin? Wird ihr jemand helfen können? Und was ist mit ihrem Herzen? Menschlich sieht sie aus. Sie muss doch ein Mensch sein, wäre da nicht das rot pulsierende Herz in ihrer Brust ... Zeitsprünge, ein irrer Magier, ein seniler Geist und Olympia, das Rätsel aller Rätsel. Oliver Buslau spinnt eine wagemutige Handlung, die ohne Actionspektakel auskommt, dafür aber wunderschön erzählt ist.

Fazit

»Glutherz« ist eine dramatisch erzählte Novelle, die es tatsächlich schafft das auflösende Geheimnis bis zuletzt zu verbergen und der Story zugleich einen märchenhaften Touch zu verleihen. Eine großartige Erzählung, auch ohne E.T.A. Hoffmanns »Der Sandmann« zu kennen.

4 von 5 Punkten

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