Samstag, 22. Februar 2014

Rezension: Die Analphabetin, die rechnen konnte (Jonas Jonasson)


carl´s books 
Hardcover, 448 Seiten 
ISBN: 978-3-570-58512-2 
19,99 €

Ein kurzer Einblick

Nombeko lebt in einem Armenviertel Südafrikas und muss sich bereits als Kind mit Putzen selbst ihren Lebensunterhalt finanzieren. Früh stellt sie fest, dass sie zwar nicht lesen, dafür aber besonders gut rechnen kann. Als ein Unfall schließlich dazu führt, dass sie zumindest indirekt am Bau von Atombomben beteiligt ist, überlegt sie sich eine List, um aus Südafrika zu fliehen. Ihre Reise verschlägt sie nach Schweden, wo sie nicht nur ihre große Liebe findet, sondern sie zugleich Dinge aus ihrer Vergangenheit verfolgen…


Bewertung


Nicht wenige hatten nach Jonas Jonassons erstem Roman, „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“, der direkt ein Weltbestseller war, auf seinen zweiten Roman gewartet. Der Titel ließ ebenso wie sein erster Roman einiges erhoffen. Anstatt einen alten Mann in seinen letzten Lebensjahren zu begleiten, erzählt Jonas Jonasson dieses Mal von einem jungen Mädchen aus Südafrika. Doch nicht nur, dass er ihre Geschichte in üblicher heiter, ironischer Art und Weise erzählt, er bettet sie ebenso in die historischen Begebenheiten Südafrikas ein. So verfährt man als Leser quasi nebenbei etwas über das Land und seine Geschichte. Jonas Jonasson hat sich gut in die Geschehnisse eingearbeitet und verbindet zentrale Aspekte in der Geschichte Südafrikas mit der Erzählung um Nombeko, ohne sensible Aspekte zu locker anzugehen. Im ersten Teil des Romans macht gerade dies dessen besonderen Reiz aus.
Als die Geschichte schließlich nach Schweden verlagert wird, bleibt in der Manier Jonas Jonassons natürlich auch das Weltgeschehen und sein Lieblingsthema, die Atombomben, nicht außer vor, doch stehen nun Nombeko und weitere Personen im Mittelpunkt. Jonas Jonasson gelingt es gekonnt, die verschiedenen Handlungsstränge, die die Geschichte einzelner Personen erzählen, originell zusammenzuführen. Das Zusammenspiel aus unterschiedlichsten Personen führt zu einigen Wirrungen und Verstrickungen und es ist vor allem das menschliche Miteinander, das hier den Reiz der Handlung ausmacht. Daneben ist es natürlich Jonas Jonassons Schreibstil, der den Leser leichtfüßig über die Seiten begleitet und ihn nicht selten
schmunzeln lässt. Auch wenn es gerade die überspitzte Ironie ist, die man in diesem Roman auf jeden Fall wieder erleben wollte, gibt es leider ein paar Parallelen zu viel zu „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“. Wie im ersten Roman erleben wir erneut eine Irrfahrt durch Schweden, auf der etwas Sperriges mittransportiert werden muss. Wir haben ebenso eine größere, ziemlich bunte Gruppe, die flieht, und die klassischen Verfolger. Einige Änderungen im Aufbau der Geschichte wären hier schon nett gewesen.

Fazit

Jonas Jonassons zweiter Roman besticht erneut durch dessen heiteren und lockeren Schreibstil. Die Handlung ist originell und historisch interessant eingebettet. Leider gibt es ein wenig zu viele Ähnlichkeiten zu seinem ersten Roman.

4 von 5 Punkten

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