Samstag, 7. Dezember 2013

Rezension: Runes of Magic 3. Iszma – Legenden Taboreas (Michael T. Bhatty)


Panini Verlag
Taschenbuch, 345 Seiten
ISBN: 978-3-8332-2527-7
12,00 €


Ein kurzer Einblick

Monate nachdem sich Asiya mit dem Elfen Shamiem`deen eingelassen hat, erwartet sie ihr Kind. Doch die Geburt steht unter keinem guten Stern, trachtet doch ein bisher unbekannter Feind nach dem Baby. Shareena nimmt mit ihren Freunden den Kampf auf, doch der Feind hat über Jahrhunderte hinweg seinen perfiden Plan geschmiedet und scheint unbesiegbar. Sogar bis ins schöne Varanas hat er seine Fühler ausgestreckt. So kommt es, dass sich Iszma, eine der ruchloseren Einwohnerinnen der Stadt, plötzlich mitten im Geschehen wiederfindet, als sie einem untoten Albtraum gegenübersteht. Können sie und ihre Giftschlange helfen, das Böse zu besiegen?

Bewertung

Zu Beginn dachte ich, dass „Iszma“ nichts mit dem vorherigen Band „Asiya“ zu tun hat. Denn Bhatty beginnt mit einem Prolog, der einem gelungenen Gruselfilm entsprungen sein könnte. Wer bei einem untoten Albtraum an Zombies denkt, liegt hier nämlich vollkommen richtig. Insgesamt ist die Geschichte düsterer, als im zweiten Teil. Dies liegt jedoch nicht nur an den sehr bildlich beschriebenen Untoten, sondern auch daran, dass der Leser in die Schattenwelt der Stadt Varanas entführt wird. Offiziell soll es laut der Obrigkeit in Varanas ja keine Diebesgilde geben, doch wer nur ansatzweise etwas von menschlicher Psychologie versteht, weiß, dass es in einer Stadt, wo Wissen, Reichtümer und Macht gehortet werden, nicht ohne kleine und große Verbrechen zugehen kann. So lernt der Leser die Protagonistin Iszma als exotische Tänzerin in einem Nachtclub kennen, die mit ihrer Schlange Nayarimah ein Verbrechen an einem anderen „gefallenen Mädchen“ sühnt.
Das Buchcover trifft Iszma dabei sehr gut. Allerdings musste ich wegen der Tanzpose schmunzeln, sieht sie doch ziemlich unbequem aus. Es wäre sehr interessant zu wissen, ob ein Mann oder eine Frau für die Umschlaggestaltung verantwortlich war… Aber man erkennt z.B. sehr gut, dass Iszma mit von ihrer Schlange vergifteten Dolchen umgehen kann. Solch eine Detailliebe verdient auf jeden Fall einen Pluspunkt.
Wie im zweiten Band Asiya hat Bhatty diesmal auch Iszma sehr tiefgründig hervorgehoben. Nach und nach erfährt der Leser immer mehr von ihrer Vergangenheit und warum sie so geworden ist, wie sie jetzt ist. Ihre Handlungen werden dadurch sehr nachvollziehbar und ich konnte mich sehr gut in sie hineinversetzen. Auch erfährt man über Shareena noch so einiges mehr, da sich Iszma und Shareena nicht unbekannt sind.
Was mir gar nicht gefallen hat, war die Art und Weise der „Unterbringung“ von Asiyas Baby nach dessen Entführung. Sicherlich ist es ein toller Schachzug, das Baby fantasyhaft in einen schützenden Kokon zu hüllen, um es doch noch dem Zugriff seiner Feinde zu entziehen. Doch fehlt mir hier jeglicher Hinweis darauf, wie das Kind darin überleben kann. Schläft es die ganze Zeit? Bekommt es Luft? Und muss ein gerade erst geborenes Baby nicht mal was trinken? Mancher Leser mag das vielleicht nicht so wichtig finden, aber da ich selber Mutter bin, hat mich dies sehr gestört.
Dahingegen hat mich die Szene beeindruckt, als Iszma vor der finalen Schlacht im Heerlager getanzt hat. Da ich selber auch sehr gerne tanze, konnte ich das sich im Tanz lebendig fühlen und die beschriebenen Energien sehr gut nachvollziehen.

Fazit

Diese düstere Fortsetzung glänzt mit einem flüssigen Erzählstil und einer angenehm verstörenden Atmosphäre. Weiterhin befindet sich auch in diesem Band eine Code-Karte zur Freischaltung eines InGame-Items und ist somit nicht nur für Fantasyleser, sondern auch für Spieler des Onlinegame interessant.

4 von 5 Punkten 


Wir danken Michael T. Bhatty für das Rezensionsexemplar.

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