Mittwoch, 18. Dezember 2013

Rezension: Besser als das Leben (Grant Naylor)

Blanvalet
Taschenbuch, 320 Seiten
ISBN: 978-3442266968
7,95 €


Ein kurzer Einblick

Dave Lister und seine Crew vergnügen sich in der Lebenssimulation »Besser als das Leben«. Ihr Schiff »Red Dwarf« verwahrlost, treibt drei Millionen Jahre in der Zukunft und Lichtjahre von der Erde entfernt durch das All. Zu allem Übel verliert Bordcomputer Holly den Verstand. Doch gut, dass es noch Toaster gibt, der sie alle retten wird.

Bewertung

Ludwig XIV. bedankte sich bei Rimmer für die Ray-Ban-Sonnenbrille und den Sony-Walkman und wünschte ihm alles Gute.
Dann schlenderte Rimmer über den Rasen zum Zeit-Kopter, gefolgt von Kennedy, Van Gogh, Einstein und Caesar. (S. 13)
Wir sind hier nicht etwa auf einer Kostüm-Party, sondern im Computerspiel »Besser als das Leben«, das Dir jeden Wunsch von den Lippen abliest. Der Clou: Es erfüllt Deine unbewussten Wünsche. Das Ziel: Du willst dieses Spiel nie mehr verlassen! Die Besatzung der Red Dwarf, ist in der Lebenssimulation gefangen - es gibt nur einen Ausweg. Sie alle müssen das Spiel gleichzeitig beenden. Unterdessen verliert Bordcomputer Holly seinen IQ und dreht am Rad.

»Red Dwarf« ist der zweite Roman zur gleichnamigen britischen TV-Serie und schließt an »Roter Zwerg« an. Abermals wartet die SF-Parodie mit schwarzem Humor, unlogischer Logik und bekloppt-spaßigen Ideen auf, die Klischees amüsant auf die Schippe nehmen. Im Grund genommen bleibt das Grundkonzept das Gleiche, doch wenn kümmert‘s? Die Ideen sind brilliant, die Umsetzung lässt abermals leicht zu wünschen übrig, denn die zahlreichen Gags zünden nicht zum ultimativen Lachflash und Schenkelklopfer. Ja, die Gags funktionieren, doch die bildliche Vorstellungskraft ist zu sehr auf die TV-Serie zugeschnitten. Zumindest möchte ich die Annahme wagen, dass jene, die die Serie gesehen haben, sehr viel mehr Spaß bei dieser Lektüre haben werden. 

Spaß! Spaß! Spaß! Toast! Toast? Der sprechende Toaster übernimmt die Schlüsselrolle des Romans. Am liebsten würde man dieses nervige Stück Blech in Trümmer legen, einschmelzen oder ihn einfach nur zum Schweigen bringen. Seine Lebensaufgabe ist es Toast zu toasten - leidenschaftlich und mit Enthusiasmus. Soll ich überhaupt noch Planetenbillard, freundliche Kakerlaken und Zeeeiitttpaaaraaddooooooxxiieeen erwähnen? Warum ich gerade so langsam sprach? Habt Ihr das Wort Zeitparadoxon nicht verstanden? Ich war zeitlich etwas gemütlicher unterwegs als Ihr. SF-Fans der eher technischeren Art werden das Buch mit Schrecken zur Seite legen. Spaß allein, ob logisch oder nicht, wird in »BADL« geboten.

Fazit

»Red Dwarf« wartet mit echtem britischen Humor auf. Logik wird unter den Teppich gekehrt und der Aberwitz und die Skurrilität übernehmen das Wort. Für einige vergnügliche Stunden ist gesorgt. Wer besonderen Tiefgang erwartet, wird enttäuscht. Ich sage Euch: Schaltet Euer Gehirn ab und habt einfach Spaß!

3 von 5 Punkten

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