Dienstag, 19. November 2013

Rezension: Whisper (Isabel Abedi)

Silberfisch
6 CD´s, 474 Min.
ISBN: 9783867426008
Vergriffen (16,70 als Download)

Ein kurzer Einblick

Noa zieht mit ihrer Mutter Kat, einer Schauspielerin, und ihrem homosexuellen Freund Gilbert vorläufig aufs Land. Das Haus, in das sie einziehen, tauft Noa Whisper. Noa lernt David kennen und zarte Gefühle flammen auf. Als sie bei einer Séance den Geist eines toten Mädchens heraufbeschwören, welches früher in Whisper gewohnt hat, kommen sie einer alten Tragödie auf die Spur.

Bewertung

Das Hörbuch hat mich sogleich in seinen Bann gezogen. Nina Petris Stimme wirkt wie ein Sog, in den man immer tiefer und tiefer hineinsinkt, bis man sich in der kompletten Geschichte verliert. Die Hauptprotagonisten Noa war mir von Anfang an sympathisch und sehr authentisch dargestellt. Die einzelnen Gefüge in dem kleinen Dorf waren eine Spur klischeehaft, hier gab es den obligatorischen Dorfrowdy, aber nicht störend und gut in die Geschichte eingeflochten. Noas Mutter Kat ist ein sehr interessanter Charakter, teilweise oberflächlich, aber irgendwie auch sympathisch, obwohl Noas Verhältnis zu ihr nicht einfach ist und Kat sich wohl mehr um sich kümmert, als um ihre Tochter. Gilbert als Gegenpol fand ich ziemlich gut dargestellt. Er ist wie ein Vater für Noa und macht so ihre seltsame Familie komplett.
Die Menschen, die in dem Dorf leben, sind charakterlich eine bunte Mischung und jeden umgibt irgendein Geheimnis. Angeregt durch den Geist eines Mädchen, welchen sie bei einer Séance hinaufbeschwören, gehen Noa und David den Geheimnissen auf die Spur.
Die Geschichte setzt sich für den Hörer wie ein Puzzle zusammen, da immer wieder kurze Skizzen aus dem Leben von Eliza, dem toten Mädchen, an den Anfang eines Kapitels gestellt werden. Das führt dazu, dass der Hörer mehr weiß als Noa und David und einen anderen Blick auf die Geschichte bekommt, aber trotzdem noch mitfiebert, da das Ende gänzlich ungewiss ist.
Die Liebesgeschichte, die sich zwischen David und Noa entspinnt, hat Isabel Abedi sehr schön beschrieben. Sie ist sehr gut eingeflochten und dominiert den Band nicht, ist aber doch so stark, um sich in ihr ein bisschen zu verlieren.
Das Ende ist unvorhersehbar und klärt die ganzen Fragen, die man sich beim Hören gestellt hat.
Einzig die Frage, wieso das Buch „Whisper“ heißt, hat sich nicht ganz geklärt. Natürlich lebt Noa in dem Haus und gibt ihm selbst den Namen, aber das war es eigentlich schon. Irgendwie suggeriert der Klappentext, dass es mehr um das Haus geht, tut es aber nicht, sondern die Menschen und ihre Geschichte stehen im Vordergrund.

Fazit

„Whisper“ ist ein tolles Hörbuch. Man kann der Geschichte leicht folgen, die Charaktere sind sympathisch und es ist spannend! Die Sprecherin Nina Petri ist sehr gut ausgewählt worden und bezaubert mit ihren Erzählstil den Hörer. Hervorragend!

4,5 von 5 Punkten




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