Montag, 7. Oktober 2013

Rezension: Und dann kam der Richtige (Jeanette Villachica)

Herder
Gebunden mit Schutzumschlag, 220 Seiten
ISBN: 978-3-451-30350-0
16,99 €

Ein kurzer Einblick

Frauen denken viel über die Liebe nach, aber auf das gesamte Liebesleben, von dem ersten Kuss bis jetzt, wird kaum zurückgeblickt. In diesem Buch haben zwölf Frauen zwischen 19 und 76 Jahren den Mut gefunden, ihre Liebesbiografie mit dem Leser zu teilen.

Bewertung

Wer setzt sich nicht ab und an mal oder sogar öfters mit seinem Liebesleben auseinander? Ist mein Partner wirklich der richtige für mich, welchen Position nehme  ich in unserer Beziehung ein? Jeanette Villachica hat zwölf Frauen unterschiedlichen Alters interviewt und deren bisherige Liebesbiografie aufgeschrieben.
Das Buch lässt sich nicht an einem Stück durchlesen. Man muss es sich aufteilen und Stück für Stück lesen, sonst kommt man sich erschlagen vor. Durch die nicht allzu langen Geschichten der einzelnen Frauen ist dies aber gut machbar. Am Anfang des Buches habe ich mich gefragt, ob sich der Leser nicht wie ein Voyeur vorkommen mag, wenn er die Liebesbiografien anderen Menschen liest. Es war aber nicht so, eher wurde man an die Hand genommen und durch die einzelnen Geschichten geleitet.
Zwei, dreimal musste ich mich zwingen, eine Liebesbiografie zu Ende zu lesen und nicht gleich zur nächsten zu springen. Das kam daher, da ich mich nicht mit allen Frauen identifizieren konnte. Ich habe natürlich dann doch weiter gelesen und am Ende muss ich zugeben, dass gerade das, was man selber nicht kennt, doch interessant ist, auch wenn es einem zuerst fremd erscheint und auch irgendwie nicht richtig.
Ich würde mir wünschen, dass es irgendwann noch einen zweiten Band gibt. Nach dem Lesen fühlt man sich den Frauen nahe und gerade bei Rana, der jungen Ägypterin, würde ich gerne wissen, ob sie wirklich mit Ahmed zusammenbleibt und sich mit ihm eine Zukunft aufbaut. Als Leser bekommt man einen eigenen Blick auf die Geschichten. Man heißt manches Gut, anderes nicht und wünscht sich für jede der Frauen ein Liebes-Happy End.
Jeanette Villachica hat einen Blog zu diesem Buch ins Leben gerufen: Und dann kam der Richtige, der zum diskutieren einlädt.
Auf diesem Blog stellt sie auch Fragen, mit welchen Frauen man sich direkt identifizieren konnte oder welche Themen in den Liebesbeziehungen man vermisst hat.
Themen habe ich gar keine vermisst, da ich ziemlich unvoreingenommen an dieses Buch herangegangen bin. Ich habe mich von den Geschichten mitreißen lassen und fand jede für sich interessant, auch wenn ich bei manchen das Gefühl hatte, dass sie durch ihre Art nicht zu mir passten und mich nicht wirklich interessierten. Aber wie schon erwähnt, sollte man sich auch darauf einmal einlassen und neue Erkenntnisse daraus ziehen.

Fazit

Das Buch ist eindeutig für die Frauenwelt geschrieben. Ich glaube, Männer wären mehr als irritiert, wenn sie es lesen würden. Es ist interessant, die unterschiedlichen Geschichten zu lesen und die Verschiedenheit der Frauen und ihrer Biografien zu sehen. Es ist kein Buch, welches man einfach so weg liest, denn es sind wahre Geschichten und keine fiktiven. In Häppchen genossen, ist es ein kleiner Diamant, welcher die Unterschiedlichkeiten von Frauen und der Liebe aufzeigt. 

4,5 von 5 Punkten



Wir danken dem Herder Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar

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