Sonntag, 13. Oktober 2013

Rezension: Enujaptas Fluch – Gestrandet auf dem vernetzten Planeten (Celeste Ealain)


AAVAA Verlag
Taschenbuch, 367 Seiten - ISBN: 978-3-8459-0886-1
Taschenbuch Großdruck, 575 Seiten - ISBN: 978-3-8459-0887-8
11,95 €

eBook, 772 Seiten
ISBN: 978-3-8459-0889-2
6,99 €


Ein kurzer Einblick

Wir schreiben das Jahr 2278… Die Nokimis ist auf den Weg zum Planeten Earth 3. Dass sie aber so schnell nicht dort ankommen würden, hätte sich die 180 Mann starke Besatzung nicht im Traum vorzustellen vermocht. Die Nikimis ist Opfer eines Sabotageaktes geworden. Gestrandet auf einem unbekannten Planeten sehen sich die Menschen der schweren Aufgabe gegenüber, das Schiff nicht nur zu reparieren, sondern sich auch gegen die Einheimischen und die Natur zur Wehr setzen zu müssen. Mittendrin findet sich die 26-jährige Fabienne Lagrais wieder. Empfand sie ihr Leben bis dato als sehr gewöhnlich, wird sie bald die einzige Hoffnung der Menschen an Bord sein, wenn Enujaptas Fluch sie trifft.

Bewertung
                                                  
„Es begann, wie es endete – mit einem Schrei…“ Und einem Prolog, der gleich Lust auf mehr macht, da es sich offensichtlich um eine Szene mitten im Buch handelt. Der Leser trifft auf Fabienne, Nj-eyo und Utangk, welche die Hauptpersonen dieses Weltraumabenteuers werden.

Manche Romane leiden an einem Spannungsverlust, wenn bereits der Anfang actiongeladen beginnt. In Ealains Debütroman ist dies nicht der Fall. Es ist noch nicht einmal so, dass durchgehend Kämpfe ausgefochten werden oder man als Leser erraten muss, wer der Bösewicht ist. Celeste Ealain hat es trotzdem geschafft, den gesamten Roman hindurch den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten und dass z.B. einfach dadurch, dass man mit fiebert, wie sich die Personen um Fabienne entwickeln. Insbesondere Fabienne wird dabei aber nicht als typische Heldin dargestellt, welche mit Mut oder Kraft als Retterin ihresgleichen hervorgeht. Vielmehr treiben sie typisch menschliche Gefühle wie Neugierde, Anziehungskraft, Furcht und Liebe zu ihren Taten. Nur ihrer Faszination dem Einheimischen Nj-eyo gegenüber haben ihre Leute letztendlich ihre Rettung zu verdanken.

Weiterhin wird man durch die einfache und trotzdem sehr bildhafte Sprache einfach mitgerissen. Wenn man sich die Bewohner von P71 trotz der zahlreichen Beschreibungen nicht richtig vorzustellen vermag, werden einem ca. zur Hälfte des Romans drei Forschungsskizzen geboten. Spätestens hier fällt einem auf, dass P71 und dessen Bewohner Ähnlichkeiten haben mit Pandora und dem Volk der Na’vi von James Camerons’ „Avatar“. Manchem mag das vielleicht nicht so gut gefallen, aber ich fand es faszinierend zu sehen, was man mit ein wenig anderen Konstellationen machen kann. Allein schon der Umstand, dass es nicht wie bei „Avatar“ oder auch „Pocahontas“ eine weibliche Ureinwohnerin gibt, auf die der männliche „Eroberer“ trifft, war eine erfrischende Abwechslung.

Leider gibt es auch einen Wermutstropfen: Durch den Roman ziehen sich hier und da orthographische Fehler. Zwar nicht in der Fülle, dass sie den Lesefluss beeinträchtigen würden, trotzdem fallen sie irgendwann auf.

Erwähnung finden sollten aber auch die kleinen verstreuten Hinweise, dass es auf der Erde zu Fabiennes Zeiten nicht mehr so rosig aussieht. Darin lässt sich dann auch leicht der Grund sehen, warum die Menschen überhaupt eine Earth 2 und 3 zur Besiedlung benötigen. Das verleiht der Geschichte zusätzlich Tiefe.

Fazit

Wer sich gern in fremde Welten entführen lässt und Lust auf große Gefühle und einen spannenden Krimi hat, der kann mit „Enujaptas Fluch“ nichts verkehrt machen. Celeste Ealains Debütroman lädt zu einem Lesevergnügen ein, das bestens unterhält.

4,5 von 5 Punkten

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