Mittwoch, 2. Oktober 2013

Rezension: Der Geschmack von Apfelkernen (Katharina Hagena)

GoyaLit (Jumbo)
2 Cd´s, 2 Std. 9 Min.
ISBN: 978-3-8337-3054-2
14,99 €

Ein kurzer Einblick

Iris‘ Großmutter, Bertha, ist gestorben. Bei der Testamentseröffnung erbt sie überraschenderweise das Haus ihrer Großmutter. Doch das Haus birgt nicht nur glückliche Erinnerungen. Im Garten steht ein Apfelbaum, der wundersamer Weise in einem Sommer ihrer Kindheit zweimal geblüht hat.

Bewertung

Ich habe mir von diesem Hörspiel ehrlich gesagt nicht viel versprochen. Aber schnell wurde ich eines Besseren belehrt. Melodische Töne und die angenehme Stimme der Schauspielerin Hannah Herzsprung verleihen dem Hörspiel eine schöne Grundnuance und ziehen einen sofort in ihren Bann.
Man darf der Geschichte von Bertha und Iris folgen. Bertha ist Iris‘ Großmutter und nach ihrem Tod erbt sie ihr Haus. Vom ersten Schritt an in das alte Haus wird Iris von Erinnerungen überwältigt. Sie erinnert sich an Berthas Jugend, an Berthas Schwester Anna, die viel zu früh an einer Lungenentzündung starb. Iris ist gezwungen sich mit Erinnerungen auseinanderzusetzten und dann trifft sie auch noch Max, den Bruder einer früheren Freundin, dem sie früher Steine an den Kopf geworfen hat.
Das Hörspiel hat etwas Magisches an sich. Hannah Herzsprungs Stimme scheint wie geschaffen für diese Geschichte zu sein und das Wechselspiel zwischen der Erzählstimme und der Stimme der einzelnen Schauspieler/Sprecher fügt sich gut in das Gesamtbild ein und sorgt für angenehme Abwechslung.
Die Geschichte springt zwischen Vergangenheit und Zukunft. Mira, Rosmarie, Iris und Max sind in ihrer Kindheit verbunden gewesen. Iris ist immer in den Ferien nach Bootshafen gekommen. Aber die Geschichte beginnt schon früher, denn auch Berthas Kindheit wird beleuchtet und die von Bertas Kindern, Inga, Christa und Harriet. Familiengeheimnisse, Intrigen und Tragödien werden offenbart. Jede ist spannend und mitreißend für sich und bietet zum Schluss in ihrer Gesamtheit ein ergreifendes Familienporträt.
Im Mittelpunkt stehen aber die zwei Cousinen Iris und Rosemarie und deren Freundin Mira. In den Ferien, wenn Iris ihre Großmutter besuchte, waren die drei Mädchen meistens zusammen. Rosemarie und Mira verbindet etwas. Schnell wird aus der Mädchenfreundschaft eine innige Freundschaft, die aber nicht von gegenseitigen Intrigen geschützt ist. Aber hinter diesen Intrigen verbirgt sich auch etwas anderes, was das Hörspiel nach und nach verrät, fast so als würde man dem Kern (Apfelkern) der Sache näher kommen.
Die Protagonisten in diesem Hörspiel sind gut herausgearbeitet. Trotz der relativ kurzen Länge (ca. 130 Minuten) bekommt man einen guten Blick über die einzelnen Charaktere. 
In der CD-Hülle befindet sich ein Stammbaum von Berthas Familie. Dieser greift schon einigen Tatsachen vor, die man erst später im Hörbuch erfährt, deswegen sollte man ihn erst nach Beendigung des Hörspieles genauer studieren.

Fazit

Das Hörspiel hat mich wirklich begeistert. Das Zusammenspiel zwischen Hannah Herzsprungs Erzählstimme, den ruhigen Melodien und der Geschichte an sich passt hervorragend zusammen und zieht den Leser in seinen Bann. Einfühlsam, spannend und auch irgendwie erfrischend schön sind nur einige Worte, die mir zum Beschreiben einfallen. Wer den Roman und den Kinofilm nicht kennt, sollte sich unbedingt das Hörspiel anhören und sich in die Welt von Iris und ihrer Familie entführen lassen

4,5 von 5 Punkten

Wir danken dem GoyaLit (Jumbo) Verlag  und dem Projekt "Blogg dein Buch" für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.
Das Hörspielkann direkt über die Verlagshomepage bestellt werden.


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