Samstag, 28. September 2013

Rezension: Fear (Preston/ Child)

Droemer Knaur
Hardcover, 576 Seiten
ISBN: 978-3-426-19900-8
19,99 €

Ein kurzer Einblick

Helen Pendergast ist entführt worden. Noch immer tappt der Super-FBI Agent Aloysius Pendergast im Dunkeln, welche Geheimnisse sich wohl um seine entführte Gattin ranken und vor allem, was eigentlich hinter diesem Menschen steckt, den er geliebt und gekannt zu haben glaubte. Doch von einer Sache lässt sich Pendergast natürlich nicht abhalten: Mit allem Mitteln nach den Entführern zu suchen und seine Frau um jeden Preis aus den Fängen des Bösen zu befreien. Dabei gibt es nicht nur viele Entdeckungen rund um die Geheimnisse eines dunklen Bundes zu machen, sondern auch ein wahrhaftig bombastisches Finale.

Bewertung

Mittlerweile sind die Begegnungen des Lesers mit Special Agent Aloysius Pendergast zu einem vertrauten Wiedersehen geworden. Roman für Roman fieberten die Anhänger des Erfolgsduos Preston/Child neuen Abenteuern des charismatischen FBI-Agenten entgegen. Und wie es bei Begegnungen nun einmal so der Fall ist, beginnt man sich irgendwann zu fragen: Hat sich der Charakter geändert? Ist es noch der gleiche Pendergast? Sind da neue Facetten, verbunden mit bekannten Elementen oder ist der gute alte Agent kaum noch wiederzuerkennen? Traditionalisten seien vorab beruhigt: Es ist noch unser bekannter Freund, Aloysius Pendergast. Am Grundgerüst des Protagonisten haben die Schriftsteller nichts verändert, ja mitunter täte eine kleine überraschende Wendung im Charakter sogar ganz gut, wie beispielsweise im Roman „Darkness“, wo es ziemlich turbulent um Pendergast wurde.
Mit gewohnter Routine jagt der Agent den Entführern seiner Frau Helen nach, sieht beispielsweise Beweise an Autos haften, die normale Menschen nicht einmal mit dem Elektronenrastermikroskop wahrnehmen würden und führt seine psychologisch immer wieder fesselnden Verhöre, um die Teile des großen Puzzles um Helen Esterhazy bzw Pendergast zusammen zu setzen. Es soll nicht zuviel verraten werden, aber die Mischung aus alten Nazi-Schergen und deren fiesen Plänen sind schon absolut reif für einen James Bond Thriller. Das mag man nun positiv oder negativ sehen, aber um es kurz zu sagen: Diesmal hat Pendergast auch ordentlich auf den Putz.
Die Zeiten, wo es noch so etwas wie einen „Kreis“ gab oder eine „Crew“ rund um D´Agosta, den mittlerweile verschiedenen Smithback und Co. scheinen auch der Vergangenheit anzugehören. Zwar gehören auch der immer so hilfsbereite „Vinnie“ D´Agosta zum Roman samt seiner kritischen Ehefrau „Captain Hayward“, allerdings wirken die beiden wie Nebenprotagonisten. Das Hauptgeschehen spielt sich um Pendergast selbst ab, der sich gegen einen sehr persönlichen Feind zur Wehr setzen muss, selbst sein neuer „Schützling“ Corrie Swanson bekommt lediglich einen Nebenstrang spendiert, der nicht so recht in die Handlung passen will. Doch wer sich damit anfreunden kann, wird wieder einmal nicht von Preston/Child enttäuscht.

Fazit

Spannende Action und nervengeladene Lesesequenzen, wie die Leserschaft es von einem waschechten Pendergast-Roman gewohnt ist! Der Plot ist gut durchdacht, auch wenn er keine wirklich großen überraschenden Wendungen beinhaltet und der gute Schreibstil macht „Fear“ zu einem mehr als nur ansehnlichem Thriller – ja zu einem echten „Pageturner“, den man erst aus der Hand legt, wenn die letzte Seite ausgelesen ist.

4 von 5 Punkten


Diese Rezension verfasste David Richter für Legimus.

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