Samstag, 7. September 2013

Rezension: Fenster zum Tod (Linwood Barclay)

Knaur
Paperback, 592 Seiten
ISBN: 978-3-426-21356-8
14.99 €

Ein kurzer Einblick

Ray kommt nach dem Tod seines Vaters nach Hause. Nun lebt nur noch sein Bruder Thomas dort. Thomas ist psychisch krank und verbringt seine Zeit damit, virtuell Städte zu erkunden und sich alles einzuprägen, denn er glaubt, er arbeite für die Regierung. Eines Tages beobachtet er einen Mord und keiner will ihm erst glauben, doch dann überschlagen sich die Ereignisse.

Bewertung

Normalerweise ziehen mich die Romane von Linwood Barclay sofort in ihren Bann, bei diesem hat es jedoch etwas gedauert. Der Anfang ist etwas schleppend, denn Thomas und sein Bruder Ray werden erst einmal eingehend eingeführt, und bei der Familiengeschichte der beiden dauert es auch erst einmal ein bisschen, bis der Leser sich eingelesen hat. Spannung erfährt man daher auf den ersten Seiten wenig, aber man findet eine durchaus interessante Familiengeschichte vor. Schleppend geht es ebenso weiter, aber durch die vielen Personen, die nach und nach eingeführt werden, und die Aktionen, die daraus folgern, wird spannender Lesestoff geliefert. Richtig fesselnd wurde es aber erst gegen Ende, als sich der Höhepunkt abzeichnete. Ab da konnte ich den Roman auch nicht mehr aus der Hand legen.
Cover und deutscher Titel konnten mich nicht begeistern. Wenn sich nicht der Name des Autors auf dem Umschlag befinden würde, hätte ich wohl nicht danach gegriffen. Den Titel finde ich nichtssagend und besonders originell ist er auch nicht, auch wenn er auf „Das Fenster zum Hof“ anspielt. Das Cover ist nichtssagend und lenkt auch nicht den Blick auf den Roman.
Ansonsten hat Linwood Barclay wieder einen soliden Thriller geschrieben. Gerade den Charakter von Thomas finde ich in seiner Persönlichkeit sehr faszinierend dargestellt und seine schizophrenen Züge wurden gut herausgearbeitet. Auch dadurch, dass man ihn nicht richtig einordnen konnte und er absolut nicht in ein Schema passt, hat der Roman einen gewissen Reiz verloren, der sich am Ende noch einmal bestätigt hat. Schmunzeln kann man auch über manchen Szenen, denn das Zusammenspiel zwischen Thomas und seinem Bruder Ray gestaltet sich als schwierig, aber nett anzusehen für den Leser und manche Missverständnisse sind einfach zu komisch.

Fazit

Ein etwas anderer Thriller von Linwood Barclay, der mich am Anfang nicht überzeugen konnte, aber dann doch in seinen Bann gezogen hat. Interessante Charaktere beleben den Roman und durch den nicht wirklich einsichtigen und herausfordernden Charakter Thomas‘  wird die Geschichte aufgelockert, bleibt aber dann dennoch spannend.

3 von 5 Punkten

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