Sonntag, 8. September 2013

Filmkritik: Die Dienstagsfrauen


Vor kurzem habe ich „Die Dienstagsfrauen“ für mich entdeckt. Umso erfreuter war ich, dass auch gleich der dazugehörige Film wieder im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Voller Vorfreude schaute ich ihn an ... und wurde enttäuscht.

Schon der Artikel in der Fernsehzeitung hatte mich stutzig gemacht und als die ersten Minuten des Films liefen, wurde es dann Gewissheit. Die Filmemacher haben einfach eine komplette Dienstagsfrau weggestrichen. Die jüngste im Bunde, Kiki, wurde nicht in das Drehbuch mit aufgenommen und somit fehlt ihre ganze Geschichte. Ich muss zugeben, dass mir das schon irgendwie den ganzen Film vermiest hat. Gerade da Kiki zusammen mit Estelle einer von meinen Lieblingscharakteren war und ich ihre Geschichte mit Max so herrlich erfrischend im Roman fand.
Ein Pluspunkt für mich war, dass Estelle mit ihrem Hightech-Koffer im Film zu sehen war und auch wie sie sich später damit abmüht und sich dann von ihm verabschiedet. Auf die Darstellung von diesem hatte ich mich wirklich gefreut und wurde von den Szenen auch nicht enttäuscht.
Ansonsten fand ich den Film nicht wirklich schlecht, aber auch nicht wirklich gut. Eva als Übermutter wird gut dargestellt und auch Estelle finde ich gut getroffen, da sie genauso spitzzüngig ist, wie sie auch in den Büchern dargestellt wird. Mit Caroline konnte ich mich nicht so anfreunden. Zwar wurde sie von der Schauspielerin gut verkörpert und auch gut gespielt, aber ich habe sie mir doch in Gedanken irgendwie anders vorgestellt. Man entwickelt beim Lesen ja schon ein eigenes Bild von den Figuren und wenn sich das nicht mit dem Film abgleicht ist es immer ein bisschen schwierig eine Verbindung  für sich selber zu ziehen. Judith fand ich wiederum gut dargestellt, sie hat mich sowohl im Roman als auch im Film überzeugt.
Die beste Szene für mich war, als Evas Handy in der Nacht geklingelt hat und sie dann im Nachthemd auf dem Flur stand und ihre Tochter am Telefon getröstet hat. Diese Szene beschreibt Eva wirklich am Besten und unterstreicht auch noch einmal ihren Charakter, wie er eigentlich im Roman dargestellt wird. Die Szene mit dem Schwein habe ich mir spektakulärer vorgestellt, die ist aber leider etwas schwach ausgefallen.
Irritierend fand ich, dass Caroline ein Anwalt hinterherreist, der sie abwerben will. Im Roman reist Max, der Freund von Kiki, den Dienstagsfrauen hinterher und wirbt weiter um Kiki. Den Anwalt fand ich deplatziert und durch ihn wurde die Geschichte auch verändert. Zwar nicht in ihren Grundzügen, aber doch so, dass es einem Kenner des Romans negativ auffällt.

Fazit

Die Verfilmung von den „Dienstagsfrauen“ ist nicht übel, allerdings kommt sie meiner Meinung nach nicht an die Romanvorlage ran. Dass man einen der Hauptcharaktere einfach weglässt, verstehe ich nicht und dies hat mir von Anfang an auch das Vergnügen am Film geschmälert. Manche Szenen, die wiederrum sehr nah an der Buchvorlage angelehnt waren, haben mir gut gefallen. Wenn man von der Verfilmung nicht zu viel erwartet, bekommt man einen netten Film um vier(!) Freundinnen serviert.

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