Dienstag, 20. August 2013

Rezension: Wie der Vater so der Tod (Tracy Bilen)

Piper Ivi
Klappenbroschur, 288 Seiten
ISBN: 978-3-492-70282-9
14,99 €

Ein kurzer Einblick

Seit dem Tod seines Partners bei der Polizei ist Saras Vater nicht mehr derselbe. Er tyrannisiert seine Familie, wo es nur geht und schreckt auch nicht vor Gewalt zurück. Saras Bruder kommt mit der Situation nicht mehr klar und beendet sein Leben. Jetzt gibt es nur noch Sara und ihre Mutter, die den Plan fasst, abzuhauen. Aber am entscheidenden Tag wartet Sara vergeblich auf sie.

Bewertung

„Wie der Vater so der Tod“ ist das erste Jugendbuch der Autorin Tracy Bilen. Wäre mir der Cover nicht aufgefallen, hätte ich den Roman wahrscheinlich nicht gelesen, denn den Titel „Wie der Vater so der Tod“ finde ich nicht besonders gekonnt. Die Originalausgabe trägt den Titel „What she left behind“, welchen ich für viel schöner und beschreibender halte. Das Cover wiederum finde ich sehr ansprechend: Zarte gelbe Blüten vor einem schwarzen Hintergrund, aufgebrochene Erde und ein Mädchen in einem weißen Kleid, welches so auf dem Boden kniet, dass es schon aussieht, als würde es irgendetwas huldigen. Sehr schlicht und doch eines der hübschesten Cover, das ich dieses Jahr in den Händen gehalten habe.
Der Roman hat mich dann schon in seinen Bann gezogen. Während ich die Geschichte gelesen habe, sind viele Fragen bei mir aufgeworfen worden. Man erfährt nicht die genauen Hintergründe, wieso Saras Vater sich so verändert hat und eine Psychose entwickelt. Viele Dinge bleiben im Dunkeln und der Leser wird mit Andeutungen abgespeist. Hier hätte ich mir mehr Transparenz gewünscht und nicht nur Andeutungen. Eine Erklärung dafür könnte natürlich die Ich-Erzählung der Geschichte sein, denn wenn die Protagonistin es nicht weiß, wird es der Leser auch nicht erfahren. Für mich war dies auf jeden Fall eine unbefriedigende Erfahrung.
Spannend fand ich zu sehen, wie Sara krampfhaft an ihrem „normalen“ Leben festhält und irgendwie so weitermacht. Nachdem ihre Mutter aber den Plan gefasst hat, mit ihr abzuhauen und sie an diesem Gedanken festhält, wird einem bewusst, wie zerbrechlich ihr Leben ist. Die aufkeimende Liebe zu einem Schulfreund probiert sie nicht an sich heran zu lassen, da sie denkt, dass sie bald eh nicht mehr da sein wird. Emotional nimmt einen die Geschichte wirklich mit und Sara kann dem Leser in ihrem unglücklichen Leben nur Leid tun. Auch die Rückblenden, in denen Sara an ihrem verstorbenen Bruder denkt, bringen dem Leser das Leid der Familie noch einmal näher und geben einen guten Blick in das Familienleben.

Fazit

Emotional kann die Geschichte voll und ganz überzeugen und bekommt durch die Ich-Erzählung den nötigen Tiefgang. Mir fehlen allerdings noch ein paar Verständnislücken, gerade wenn es um Saras Vater geht. Hier hätte ich ganz gerne mehr erfahren.
Ansonsten ein spannender Jugendthriller, der einen in seinen Bann zieht und mit viel Emotionalität überzeugt.

3,5 von 5 Punkten

Wir danken dem Piper Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar

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