Samstag, 17. August 2013

Rezension: Sunyata Neko – Die Legende des Samurai-Katers (Thomas Fang)



Verkauf durch Amazon Media EU S.à r.l.
eBook, 192 Seiten
0,99 €

Ein kurzer Einblick

Nach langer Abwesenheit kehrt der Samurai-Kater Sunyata Neko in sein Heimatdorf zurück, um seine Laufbahn als Kämpfer zu beenden und seinen Lebensabend in Frieden zu verbringen. Doch er hat die Rechnung ohne seinen ihm bisher unbekannten Bruder gemacht. Nekomata terrorisiert als Dämon das Dorf und will es dem Erdboden gleichmachen. In zahllosen Kämpfen und sogar einem Kampfturnier fordert er Sunyata Neko heraus. Kann dieser ihn aufhalten? Und welche Geheimnisse warten noch auf ihn?


Bewertung

Was bei dieser Geschichte am meisten auffällt, sind die wunderschönen bildhaften Beschreibungen der Landschaft. Gleich zu Beginn wird man förmlich mitgerissen durch die „unendlichen Weiten der Sakamai-Reisfelder, nord-östlich am Yago-Pass entlang, der sich durch die traditionell fernöstliche Landschaft schwang wie ein Seedrache über dem Meeresgrund“. (Seite 3) Die Sprache ist weiterhin recht einfach gehalten, jedoch hier und da mit japanischen und comichaften Begriffen bespickt. Wenn man bisher noch nicht viel mit Japan zu tun hatte, könnten diese Einwürfe den Lesefluss eventuell stören. Ich empfand es jedoch als angenehm zu lesen und sehr interessant, sticht Thomas Fangs Geschichte gerade dadurch aus all den anderen von mir bisher gelesenen Büchern heraus.
An manchen Stellen wurde die Handlung leider nicht ganz eindeutig beschrieben. So sollen beim Turnier auf Anweisung von Nekomata keine Zuschauer erlaubt sein und doch scheint außer den Kämpfenden das ganze Dorf anwesend zu sein. Ein anderes Mal war bereits in der Frühe der Kaffee gekocht, obwohl die Dorfbewohner noch geschlafen hatten. Diese Kleinigkeiten haben mich aber eher zum Schmunzeln angeregt, als das ich mich darüber aufgeregt hätte. Dazu sind einige der Figuren einfach zu niedlich.
Bei diesen liegt die Hauptbesonderheit dieses kleinen Romans. Wie man aufgrund des Titels und des Covers bereits sieht, sind hier Tiere die Protagonisten. Man begegnet u.a. sprechenden Katzen, einem Fuchs, einer grünen Kuh, einem Hund und einem Schwein. Jedoch nicht ausschließlich; so sind z.B. der alte Mentor von Sunyata Neko und auch der Dorfangeber Menschen. Ich bin an diese Geschichte mit der augenzwinkernden Aufgabe herangegangen zu erlesen, ob die Tiere so groß wie die Menschen sind, konnte dies aber nicht lösen. Was jedoch eindeutig zu erfahren war, ist, dass Menschen und Tiere gleichgestellt sind und sich gegenseitig achten und keine Vorurteile haben (Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel, wenn man sich den Dorfangeber Alberto Ito ansieht…). So werden Werte wie Freundschaft, Zusammenhalt, Durchhaltevermögen und Liebe hervorgehoben. Jedoch werden auch Verlust und Tod thematisiert. Dies jedoch nicht in einer allzu hervorgehobenen Art und Weise, sondern auf den Punkt gebracht, ohne weitere Ausschmückung.

Fazit

Trotz des recht einfachen und comichaft anmutenden Schreibstils ist dieses Erstlingswerk von Thomas Fang sicherlich nicht nur etwas für Kinder ab 10 Jahren und Jugendliche, sondern auch für Erwachsene. Auch braucht man sich keine Sorgen zu machen, dass man die vielen japanischen Begriffe nicht versteht, wurde die zweite Fassung sowohl mit einer Figurenübersicht, als auch um ein Glossar ergänzt.

4 von 5 Punkten

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen