Mittwoch, 7. August 2013

Rezension: Horror Factory 5. Necroversum 1. Der Riss (Uwe Voehl)

Bastei-Lübbe Digital
eBook, 1,49 €
ISBN: 978-3-8387-4644-9

Bastei Lübbe Digital
Audio-Download, 1,49 €
ISBN: 978-3-8387-7232-5

Ein kurzer Einblick

Die Todesboten mischen sich in Köln unter die Karnevalisten. In Paris verschwindet für ein paar Minuten der Eiffelturm. Ein Schatten zieht auf, mysteriöse Ereignisse bahnen sich an: Das Necroversum öffnet seinen Schlund, speit das Böse aus. Syriah, ein gefallener Engel, und Beppo der Trauerclown sind die Ersten, die sich einer beginnenden Apokalypse stellen ...

Bewertung

Unter der Schirmherrschaft von Uwe Voehl startete am 29.05.2013 im Bastei Lübbe-Verlag eine neue Horror-Reihe mit dem Titel “Horror Factory“. Die Novellen werden zeitgleich als eBook und als Audio-Download zum Preis von 1,49 € veröffentlicht. Inhaltlich ist ein breites Spektrum des Phantastik-Genres vertreten. Die einzelnen Storys sind in sich abgeschlossen.

Zu der Reihe »Horror Factory« gibt es aufgrund der Kürze keine ausführlichen Rezensionen, wohl aber kurze Meinungen, um Spoiler zu vermeiden. Ein Überblick über bisher bewertete Werke lässt sich unter dem Label »Horror Factory« finden.

80 Seiten, 6 Charaktere, Cliffhanger und eine sprunghafte Handlung. Klingt phantastisch? Naja, mag man sich denken. Kann »Necroversum« ein vielversprechender Auftakt zu einer Mini-Serie werden? Tatsächlich wird wildes Charakterhüpfen meist mit missfallender Kritik gestraft. Zurecht, denn der Leser möchte bei ‚seinem‘ Protagonisten bleiben, keiner unruhigen Story folgen, geschweige denn von Schauplatz zu Schauplatz geschleudert werden - er möchte die Kontrolle behalten. »Necroversum«: Schulnote 6!
Ja gebe es nicht dieses Mittel Abfall zur Kunst zu ernennen. Uwe Voehl springt teilweise so schnell von Charakter zu Charakter, dass kaum Zeit blieb, sich vom letzten zu lösen. Cliffhanger folgt auf Cliffhanger, sodass man förmlich danach suchtet, an das letzte Szenarium zurückzukehren. Dem Autor und Herausgeber der »Horror Factory« gelingt es wahrlich aus sonstigem Missfallen ein waghalsiges, aber geniales Stilmittel zu erheben. Da ist es nur gut, dass »Necroversum« eine Novelle ist und kein Roman. Die Nerven des Lesers sollen ja nicht überstrapaziert werden, sondern auf den nächsten Teil der Mini-Serie lauern.

Welche Charaktere hätten wir? Syriah, ein gefallener Engel. Mehmet Hübsch, türkischer Betreiber des Texas Chainsaw Massacre-Diners. Mark Bennett, ein nach Fäulnis stinkender Biologe. Mona, ein Anhaltermädchen, das mit ebenfalls unangenehmen Gerüchen gesegnet ist. Beppo, der Trauerclown. Jan, Spastiker. Wow, was für eine Charaktervielfalt auf so wenigen Seiten. Dann wäre da ja auch noch das Böse, das aus dem Necroversum in unsere Welt drängt.
Handlungsfäden gibt es zahlreich, kaum einer wird abgeschlossen, die wenigstens finden einen Weg zueinander, dutzende Fragen bleiben unbeantwortet. In sich abgeschlossen ist die Handlung trotz alledem. Aber worum geht es? Verrate ich nicht ... Nur so viel: Wenn Gott seinen Stellvertreter auf Erden verliert, zwängt sich das Böse aus der Finsternis ans Tageslicht. Fürchtet euch, Erdenbewohner!

Fazit

Im ersten Teil der Mini-Serie »Necroversum« eröffnet Uwe Voehl den Auftakt einer Apokalypse, schickt die Todesboten aus und verdunkelt den Himmel. Erzählerisch geschickt inszeniert, offenbart sich eine düstere Story, die auf Schnelligkeit setzt und mit reizvollen Figuren aufwartet.

4 von 5 Punkten

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