Samstag, 20. Juli 2013

Rezension: Horror Factory 4. Teufelsbrut (Timothy Stahl)

Bastei-Lübbe Digital
eBook, 1,49 €
ISBN: 978-3-8387-4648-7

Bastei Lübbe Digital
Audio-Download, 1,49 €
ISBN: 978-3-8387-7218-9

Ein kurzer Einblick

Big Rock Falls, Washington, USA: Kinder kommen aufs Grausamste ums Leben. Sie werden regelrecht aufgeschlitzt und ausgeweidet. Ein Serienkiller treibt sein mörderisches Werk. Der 7-jährige Eric überlebt den Angriff, wird im letzten Moment gerettet. Zuvor musste er zusehen, wie seine Eltern umgebracht werden. 13 Jahre später kehrt Eric nach Big Rock Falls zurück, um mit der Vergangenheit abzuschließen, den Killer zu stellen.

Bewertung

Unter der Schirmherrschaft von Uwe Voehl startete am 29.05.2013 im Bastei Lübbe-Verlag eine neue Horror-Reihe mit dem Titel “Horror Factory“. Die Novellen werden zeitgleich als eBook und als Audio-Download zum Preis von 1,49 € veröffentlicht. Inhaltlich ist ein breites Spektrum des Phantastik-Genres vertreten. Die einzelnen Storys sind in sich abgeschlossen.

Zu der Reihe »Horror Factory« gibt es aufgrund der Kürze keine ausführlichen Rezensionen, wohl aber kurze Meinungen, um Spoiler zu vermeiden. Ein Überblick über bisher bewertete Werke lässt sich unter dem Label »Horror Factory« finden.

Christian Endres »Crazy Wolf«, Band 2 der »Horror Factory«-Reihe, war ein eindringliches Leseerlebnis, das vom Zwiespalt zwischen Mensch und Kreatur erzählte. Timothy Stahls »Teufelsbrut« hebt ein ähnliches Setting auf eine ganz neue Ebene. Der in Amerika lebende und in Deutschland aufgewachsene Autor erzählt zwar ebenfalls vom Zwiespalt zwischen Mensch und Kreatur, baut den Kosmos aber ungleich größer aus. Vergleiche zu Lovecraft kommen auf, doch ein dergleichen gewaltiger Schrecken wird nicht inszeniert. Zum Schaden der Novelle ist dies keineswegs, schlägt Timothy doch auch einen gänzlich anderen Weg ein.

Achtung SPOILERGEFAHR: Kinder kommen aufs grausamste in Big Rock Falls ums Leben. Ein Serienkiller treibt sein Unwesen. »Teufelsbrut« ist ein dramaturgisch fesselndes Werk der Hochspannung, das nicht vor blutigen Einschüben zurückschreckt. Etwa bis zur Hälfte der Story ist diese ein waschechter Thriller und macht dann eine 180 Grad Kehrtwende. Ein erster Ansatz von übernatürlich Elementen wagt das saubere Bild des Serienkillers zu zerstören und strebt dann mit Macht daran, das Grauen, dem Horror Freilauf zu verschaffen. Timothy Stahl ist es gelungen eine überraschende Wende einzulegen, die weder herbeigezwungen wirkt, noch die Atmosphäre der Geschichte zerstört - im Gegenteil!

Fazit

50% Thriller + 50% Horror = 100% Horrorthriller. Timothy Stahl ist auf etwa 70 Seiten eine hochspannende Story gelungen, die ideentechnisch auf ganzer Linie zu überzeugen vermag. Das langsame Hinübertreiben der Geschichte hin zu übernatürlichen Elementen und dem wachsenden Schrecken in Big Rock Falls ist Lesespaß pur. Da bleibt nur zu hoffen, dass "Teufelsbrut" nicht der letzte Band aus Timothy Stahls Feder ist.

5 von 5 Punkten

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