Sonntag, 14. Juli 2013

Rezension: Fraktal (Hannu Rajaniemi)

Piper
Klappenbroschur, 400 Seiten
ISBN: 978-3-492-70194-5
16,99 €

Ein kurzer Einblick

Der Meisterdieb Jean le Flambeur ist zurück und nach seinem Marsabenteuer in „Quantum“ hat er wieder eine schier unlösbare Aufgabe vor sich. Auf der Jagd nach dem mächtigen Kaminari-Stein, der nichts geringeres als das Geheimnis der Unsterblichkeit preisgeben soll, muss er sich nicht nur mehrmals einem brutalen Jäger stellen, sondern sich auch durch die virtuellen Fantasiewelten eines der Schöpfer des Universums schlagen.


Bewertung

Hannu Rajaniemi hat am Ende des Romans in seiner Danksagung festgehalten, dass „dieses Buch […] aus vielen Gründen ein hartes Stück Arbeit“ war. Doch nicht nur für ihn, sondern auch wieder für den Leser ist die Geschichte um Jean und Mieli keine leichte Kost.

„Fraktal“ fängt als Folgeband zu „Quantum“ genau dort an, wo sein Vorgänger aufgehört hat und deswegen ist es ratsam, den 1. Band gelesen zu haben, da alle Ereignisse aufeinander aufbauen und man der Geschichte sonst schlecht folgen kann. Jedoch hat sich der Autor diesmal den Spaß gemacht und die Story nicht wie im ersten Teil geradlinig erzählt, sondern springt in der Zeitachse hin und her, so dass man als Leser höllisch aufpassen muss, nichts zu verpassen und all den kleinen Hinweisen zu folgen, die dezent verstreut wurden. Und auch in seiner Sprachwahl ist sich Rajaniemi treu geblieben. Von den Quantenträumen, Neutrinoregen, Biosynth-Samen, Femtometern und vielen weiteren verwirrenden Begrifflichkeiten kann einem wieder der Kopf schwirren.

Diesmal erfährt der Leser aber mehr zu den Hintergründen der gesamten Story. Sowohl, wieso die einzelnen Gründer dieser fantastischen matrixähnlichen Welt diese überhaupt geschaffen haben, als auch zur Vergangenheit der Hauptpersonen Mieli und Jean. Dadurch wird die Spannung sehr gut aufrechterhalten, die mit „Quantum“ geschaffen wurde. Zusätzlich begegnet man auf der scheinbar postapokalyptischen Erde weiteren bisher unbekannten Persönlichkeiten, die direkt aus einem Märchen wie aus 1001 Nacht stammen könnten. Diese Charaktere wachsen innerhalb dieser 400 Seiten regelrecht über sich hinaus und entwickeln sich ständig weiter, so dass man regelrecht mitgerissen wird von der Wucht der einzelnen Ereignisse und das Buch kaum aus den Händen legen kann.

Fazit

Bei einer Trilogie geht man ja manchmal recht verhalten an den Mittelband heran und fragt sich, ob er die Erwartungen erfüllen und die Spannung halten kann, die der erste Teil geweckt haben mag. Bei „Fraktal“ ist das meiner Meinung nach definitiv der Fall. Neue und tiefgründige Charaktere mit einem neuen Setting, welche einem roten Faden gleich auf den ersten Teil aufbauend hervorragend in die Geschichte eingeflochten wurden, gepaart mit der Kontinuität in der Schreibweise machen diesen Roman zu einem klasse Leseerlebnis. Einen besonderen Spaß macht es vor allen Dingen, wenn man „Fraktal“ direkt im Anschluss an „Quantum“ liest. Das eventuell auftretende Verständnisproblem wird dadurch auf jeden Fall gemindert…

4,5 von 5 Punkten


Wir danken Piper für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

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