Samstag, 22. Juni 2013

Rezension: Fettnäpfchenführer China: Der Wink mit dem Hühnerfuß (Anja Obst)

Conbook Medien
Gebundene Ausgabe, 320 Seiten
ISBN: 978-3-943176-26-1
11,95 €

Ein kurzer Einblick

Schon mal eine Heizung in China gekauft? Nein? Wenn sie es einmal tun sollten, bringen sie viel Zeit mit. Schenken sie sich nicht selber Bier nach, aber Rülpsen sie herzhaft nach dem Essen. Und Drängeln dürfen sie auch! Diese und andere Kuriositäten bringt der Fettnäpfchenführer dem Leser näher.

Bewertung

Dass die Chinesen anders ticken, als wir Deutschen, dürfte jedem bekannt sein. Wie anders sie aber ticken und in welche Fettnäpfchen man treten oder sogar knietief versinken kann, das erklärt der Fettnäpfchenführer China.
Gemeinsam mit Peter, einem Studenten, reist man nach China. Schon kurz nach der Landung gibt es die ersten Kommunikationsprobleme. Beim Sprachkurs beleidigt er unwissentlich seinen Lehrer und bei seinem Praktikum stellt er fest, dass Kartenspielen durchaus in den Arbeitsalltag passt. Probleme hat er mit dem Toilettensystem, das ähnlich wie unsere Restaurants, mit Sternen gekennzeichnet ist, und dass in jedem Häuschen eine Toilette steht, ist auch nicht selbstverständlich.
Geschäftsgespräche gleichen einem Gelage und werden nicht selten mit Karaoke beendet. Uhren und gelbe Blumen sollte man besser nicht verschenken und Geschenke sowieso erst nach mehrmaligem Ablehnen annehmen.
Das alles und viel mehr muss Peter immer wieder schmerzlich feststellen. Er tritt von einem ins nächste Fettnäpfchen und amüsiert den Leser ungemein. Der Fettnäpfchenführer ist aber nicht nur eine Anreihung dieser Geschehnisse, er bietet dem Leser auch viele Hintergrundinformationen über das Land China. Man erfährt Geschichtliches, sowie Aktuelles, wie zum Beispiel die Ein-Kind-Politik oder Interessantes über die Verkehrssituation. Die Informationen über den Verkehr können sogar lebenswichtig sein, wenn man dieses Land bereist.
Am Ende des Buches findet man noch eine Liste, welche Orte man besucht haben soll und  was man getan haben muss, wenn man seine Zeit in China verbringt. Darin enthalten sind solche Touristentipps, wie die chinesische Mauer besuchen oder Peking-Ente essen, es finden sich aber auch Sachen darin, auf die man als typischer Tourist vielleicht nicht gekommen wäre.
Als Peter sich am Ende von China und seinen neu gefundenen Freunden verabschiedet, hat man selbst das Gefühl, sich von liebgewonnenen Menschen zu verabschieden.

Fazit

Heiter und informativ ist dieser Fettnäpfchenführer geschrieben. Mit Peter China zu bereisen, macht Spaß und nicht selten ist man froh, dass er in diese Fettnäpfchen tritt und nicht man selbst. Durch die geschichtlichen und aktuellen Hintergrundinformationen rundet sich das Buch ab und man bekommt einen guten Überblick über China, die Chinesen und deren Eigenheiten.

4,5 von 5 Punkten

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