Mittwoch, 5. Juni 2013

Rezension: Die Arena (Stephen King)

Heyne
Taschenbuch, 1296 Seiten
ISBN: 978-3-453-43523-0
12,99 €

Ein kurzer Einblick

Es scheint ein normaler Tag in der Kleinstadt Chester´s Mill im US-Staat Maine zu sein. Die Bewohner gehen ihren gewohnten Tätigkeiten nach. Einer ist der Irak Veteran Dale Barbara (genannt Barbie), der, nachdem er sich bei einer Auseinandersetzung mit dem Sohn des mächtigsten Mannes der Stadt wortwörtlich eine blutige Nase geholt hat, die Stadt nur noch verlassen will.
Da passiert es: Ein kleines Flugzeug stößt mit einer unsichtbaren Barriere zusammen und nichts ist mehr so, wie es war. Familienmitglieder werden von der Barriere voneinander getrennt, dutzende von Vögeln fliegen gegen sie, Tiere und Menschen, die sich an der Grenzlinie der Barriere befinden, werden buchstäblich zerteilt.
Während die Regierung dem Problem ohnmächtig gegenübersteht, nutzt der Autohändler Big Jim Rennie die Angst und Verunsicherung der Bewohner Chester´s Mills aus, um seinen Würgegriff um die Stadt noch enger zu ziehen.
Neben seinem Autohandel ist Big Jim auch als Hersteller und Verkäufer von Drogen tätig. Von Macht besessen sieht er in der Kuppel seine Chance, mehr Macht über die Stadt zu bekommen, als er sich je vorstellen konnte.
Die Situation spitzt sich weiter zu, als Lebensmittel und Strom knapp werden. Irgendwann suchen die verzweifelten Menschen nach einem Sündenbock. Dass Barbie vom Präsidenten der USA persönlich wieder in die Armee aufgenommen und zum Colonel befördert wird, um Recht und Ordnung in Chester´s Mill aufrecht zu erhalten, hilft wenig. Auch weil Big Jim noch eine Rechnung mit ihm offen hat...

Bewertung

Wer King nur als Horrorautor kennt, wird von diesem Roman sicher überrascht werden. King hat einen Thriller geschrieben, bei dem das übernatürliche Element fast völlig fehlt. Der Roman zeigt, was aus ganz normalen Menschen wird, wenn diese sich mit einer Situation konfrontiert sehen, in  der die normalen Regeln der Zivilisation nicht mehr gelten und versuchen, zu überleben. Man kann hier schon fast Parallelen zu „Herr der Fliegen“ ziehen.
Dabei ist es im Grunde vollkommen egal, was die Bewohner in der Stadt einsperrt. Die Kuppel ist das, was man beim Film einen MacGuffin nennt. Ein MacGuffin ist ein Gegenstand, der die Handlung der Geschichte antreibt, aber für die Geschichte selbst vollkommen unwichtig ist. Ein Beispiel hierfür sind z. B. die Pläne des Todessterns im ersten Star Wars-Film oder der Koffer in Pulp Fiction. Beides ist für die Handlung vollkommen unwichtig, treibt aber die Handlung der Charaktere an. Genauso verhält es sich mit der Kuppel.
Die Länge des Romans hat mich anfangs abgeschreckt, sodass der Roman (englische Ausgabe) drei Jahre ungelesen im Regal lag und auch die ersten Seiten haben mich nicht wirklich begeistert. Nicht weil es schlecht oder langweilig gewesen wäre, aber King nimmt sich Zeit mit seiner Geschichte. Das Auftauchen der Kuppel und die Bewohner von Chester´s Mill werden langsam vorgestellt. Der Roman hat eine Menge handelnder Charaktere, sodass ich am Anfang sicher war, mir nie merken zu können, wer wer ist.
Nebenbei Charaktere, alle Klischeecharaktere, die sich in jedem King-Buch finden, sind vorhanden: Die Kleinstadtrowdies, der Bösewicht, der sich hinter der Maske eines gottesfürchtigen Geschäftsmannes versteckt. Und natürlich spielt der Roman in Kings Heimatstaat Maine.
Von der Auflösung, was hinter der Kuppel steckt, bin ich etwas enttäuscht, aber gleichzeitig wurde es auch schon schlechter gemacht.

Fazit

Alles in allem ein gutes Buch, auch für Nicht-King-Fans.

4 von 5 Punkte

Diese Rezension verfasste Ingo Rüdiger für Legimus.

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