Mittwoch, 29. Mai 2013

Rezension: Schattengesicht (Antje Wagner)

Berlin Verlag
Taschenbuch, 192 Seiten
ISBN: 9783833350894
7,95 €

Ein kurzer Einblick

Irgendwas ist komisch an Milana und Polly. Mysteriös und rätselhaft sind zwei Wörter, die mit ihnen in Verbindung gebracht werden. Warum ergreifen Menschen die Flucht, wenn Polly ihre Stimme erklingen lässt? Vor was fliehen sie?

Bewertung

„Schattengesicht“ war ein Roman, der mich total überrascht hat: im positiven Sinne. Am Anfang kommt der Roman wie eine ganz normale Geschichte daher. Milana ist im Gefängnis und danach kommt ihre Geschichte mit ihrer Freundin Polly. Kurz könnte man sagen: Zwei Frauen, die in eine brenzlige Situation gekommen sind und probieren in dieser misslichen Lage irgendwie zu überleben, ohne dass sie von der Polizei geschnappt werden.
Der Roman ist in sechs Kapitel gegliedert und jedes Kapitel kommt wie ein kleines selbstständiges Buch daher. Jedes Kapitel zieht den Leser in seinen Bann und durch die ständigen Wechsel kommt auch keine Langeweile beim Lesen auf. Aufhören kann man sowieso nur, wenn man am Ende eines Kapitels angekommen ist, zwischendurch den Roman aus der Hand zu legen, ist fast unmöglich.
Milana war mir aus Hauptcharakter sehr sympathisch. Sie ist eine nüchterne Persönlichkeit, die das Beste aus ihrer Lage macht. Sie hat studiert und eine Stelle als Referendarin. Polly dagegen ist die Geheimnisvolle, die eine mystische Aura hat und komischerweise alle Menschen irritiert, wenn sie in deren Gegenwart spricht. Und dann wird noch von Vincent gesprochen, von ihm erfährt man aber erst während des Lesens, wie er zu der Geschichte der beiden passt.
Stilistisch ist der Roman sehr gut geschrieben. Durch die umgedrehte Zeitachse der Geschichte erlebt man die Handlungen aus einem ganz anderen Blickwinkel, der spannend und mystisch zugleich ist.
Zum Ende hin bekommt man eine Ahnung, was an dieser Geschichte so mysteriös ist, aber wirklich darauf gekommen bin ich nicht. Und Antje Wagner zögert das Ende auch sehr gut hinaus, dass man wirklich erst auf der letzten Seite aufgeklärt wird, was das Mystische an der ganzen Geschichte ist.

Fazit

Mir hat der Roman wirklich sehr gut gefallen und es wird bestimmt nicht der letzte Roman sein, den ich von Antje Wagner lesen werde. Mystisch, gut durchdacht, fesselnd und toll aufgezeichnete Charaktere machen dieses 192 Seiten lange Buch zu einem wahren Lesevergnügen.

4,5 von 5 Punkten

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