Mittwoch, 15. Mai 2013

Rezension: Rock-and-Roll-Zombies aus der Besserungsanstalt (Bryan Smith)

Fest Verlag
Paperback, 192 Seiten
ohne ISBN, Privatdruck
12,80 €


Ein kurzer Einblick

Rock-and-Roll ist das Böse schlechthin und vom Teufel in die Welt gesetzt. Eine Besserungsanstalt in Southern Illinois hat sich der Austreibung verschrieben. Doch christlich geht es hinter den Mauern nicht zu. Vergewaltigung und Gehirnwäsche bestücken den Stundenplan. Was geschieht mit den Mädchen, die klammheimlich verschwinden? Was vergräbt der Hausmeister in stillen Nächten? Und die Direktorin? Sie soll auf S/M-Spielchen mit jungen Mädchen stehen ... Und dann schlägt der Komet ein, die Toten erheben sich ...

Bewertung

Geiles Cover? Geiles Cover! Trashiger Horror? Ist auch drin. Wunderbar, da lächelt des Lesers blutgieriges Herz. »Rock-and-Roll-Zombies aus der Besserungsanstalt« erschien in der Reihe »Festa Extrem«. Anders als Edward Lees pervers-abartiges »Das Schwein«, ist Bryan Smith‘ Novelle gar nicht so extrem, dass sich die Begründung ‚Der Buchhandel boykottiert unsere Bücher‘ rechtfertigen lässt. Deftiger als ein Richard Laymon ist vorliegende Trashperle nicht. Spaßiger und kurzweiliger als Laymons Sex-Blut-Fantasien ist Smith Erzählung dann aber doch.

»Rock-and-Roll-Zombies aus der Besserungsanstalt« ist eine Hommage an die Popkultur der 70er und 80er Jahre. Die Kapitel werden mit einem Songzitat der großen Rock-and-Roll Bands jener Zeit eingeleitet. Obwohl dies nicht meine Zeit ist, ich nicht mit Slayer oder AC/DC aufgewachsen bin, kannte ich das Groß der Namen. Der Funke sprang leider nicht über, denn mit der Melodie der Songs in den Ohren hätte sich die Novelle garantiert um einiges großartiger gelesen; mal davon abgesehen, dass mir so garantiert viele Anspielungen entgangen sind.

Rock-and-Roll ist Böse. Umerziehungsanstalten wollen den Jugendlichen die Gitarrensounds austreiben. Ob es funktioniert? Nun ja ... wir werden es wohl nicht erfahren. Ein Komet schlägt ein, die Toten erstehen auf und ... kennt man ja die Geschichte. Bryan Smith gelingt es aus der ausgelutschten Thematik einen Funken Interesse zu erzeugen, der sich zu einem Flächenbrand entwickeln soll. Ein Junge, der seine Freundin aus der Anstalt befreien möchte und dabei in das Zombie-Blutbad gerät, reißt mich nicht vom Hocker. Smith Stil jedoch konnte ich mich schwer entziehen. Ohne erzählerische Abschweifungen bringt der Autor auf den Punkt, worüber die Story handelt: S/M-Sex gläubiger Christen, Zombie-Nutten, blutgetränkte Korridore und Hunger - Hunger nach Frischfleisch. Was vielleicht so brutal und gewaltgeil klingen mag, lässt eine Härte vermissen, die Cover und Reihentitel versprechen. Das Vergnügen Trash will genossen werden.

Fazit

Blut und Splatter, Trash und Rock-and-Roll: ein Zombiemassaker, das gerade durch seine Kurzweiligkeit extremst fesselt. Warum eine ausgefeilte Story auftischen, wenn die Prägnanz des Smith‘schen Cocktails genügt? Trash und Bizarro Fiction, notgeile Zombies und ein Kometeneinschlag. Ein Cocktailmix, der schmecken muss.

4 von 5 Punkten

1 Kommentar:

  1. Der Inhalt dieses Buches klingt verdammt interessant. Solche Bücher muss ich zwischen durch unbedingt mal lesen. Bücher über/mit Zombies lese ich sehr selten, könnte aber abwechslungsreich sein. Ich denke es wandert mal auf meine Wunschliste.

    Liebe Grüße.
    Jani

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