Sonntag, 19. Mai 2013

Rezension: Der Schatten des Windes (Carlos Ruiz Zafón)


Suhrkamp
Taschenbuch, 565 Seiten
ISBN: 978-3-518-46377-2
5,00 €


Ein kurzer Einblick

Mit zehn Jahren erlebt der junge Daniel einen außergewöhnlichen Morgen im grauen Barcelona von 1945. Sein Vater nimmt ihn mit auf den „Friedhof der vergessenen Bücher“, wo er sich ein Buch aussuchen darf, für das er fortan verantwortlich sein wird. Was Daniel nicht im Traum ahnen konnte, ist, dass ihn dieses Buch „Der Schatten des Windes“ von einem gewissen Julián Carax jahrelang verfolgen und sein Leben auf unheimliche Weise bestimmen wird.

Bedroht von finsteren Gestalten und lange Zeit unentschlossen in Herzensangelegenheiten muss sich Daniel auf dem mühsamen Weg des Erwachsenwerdens nicht nur seinen Ängsten, sondern auch der Vergangenheit von Carax stellen…


Bewertung

Was gibt es spannenderes für eine Leseratte, als einen Friedhof voll von vergessenen Büchern? Mir war klar, dass ich dieses Buch unbedingt lesen musste, versprach es doch sehr interessant zu sein. Die Geschichte beginnt aber eher ruhig und bis ungefähr die Hälfte benötigt man ein wenig Geduld, bis die Sache richtig in Schwung kommt. Was nicht heißen soll, dass es langweilig wäre. Im Gegenteil, nach und nach lernt man die einzelnen Personen in ihrer ganzen Eigenart kennen und aufgrund ihrer Verschiedenheit macht das Zusammenspiel der vielen wirklich sehr detailverliebt ausgearbeiteten Protagonisten richtig Spaß und zwingt einem zum Weiterlesen.

Die Jugend von Daniel verfliegt dabei wie im Zeitraffer und fast unmerklich kommt das untrügliche Gefühl auf, dass diese Geschichte wie eine Zwiebel oder eine russische Matrjoschka ist. Denn je älter Daniel wird, umso mehr fühlt er sich zu dem geheimnisvollen Autor „hingezogen“, von dem auf dem ersten Blick kaum etwas bekannt ist. Er macht sich auf die Suche nach Carax` Vergangenheit und stößt dabei auf immer mehr Rätsel, Intrigen und auf einen Mann, der alles daran setzt, die letzten Exemplare von Carax` Romanen zu bekommen, um diese zu verbrennen. Wer ist dieser geheimnisvolle Fremde, der die Atmosphäre so düster werden lässt? Kann Daniel ihm vertrauen? Und wird er dieselben Fehler begehen, die bereits einmal vom Autor des Buches „Der Schatten des Windes“ begangen wurden? Oder werden Daniel und Julián Carax zum Retter des jeweils anderen?

Schicht um Schicht spannend, ineinander verwoben und von einer sprachlich wunderschönen Gewandtheit zieht einen dieser dramatische Schmöker in seinen Bann.

Fazit

„Der Schatten des Windes“ war mein erster Roman, den ich von Carlos Ruiz Zafón gelesen habe, doch ich kann ihn mit bestem Gewissen weiterempfehlen.


4,5 von 5 Punkten

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