Freitag, 26. April 2013

Legimus trifft... Dan Wells


Liebe Leserinnen und Leser,

wie euch Jana bereits mitteilte, war Dan Wells mit seinem neuem Roman auf kleiner Lesetour. Ich hatte das Glück, am 17.04.2013 bei seiner Lesung in der Ludwig Buchhandlung im Leipziger Hauptbahnhof dabei sein zu können, denn so konnte ich noch einige interessante Sachen zum ersten Band seiner Partials-Trilogie erfahren.

Da Dan Wells meinte, unser schlechtestes Englisch sei noch immer besser als sein Deutsch, hatte er als tatkräftige Unterstützung Eva Engert, Redakteurin vom Radio Leipzig, dabei. Nachdem Wells den Anfang des Buches im englischen Original höchst selbst verlesen hat (in einem wirklich nuschelfreien Englisch, nicht was man von manchen Schaupielern gewohnt ist, wenn man sich deren Filme im Original ansieht...), übernahm Frau Engert das Lesen einiger wichtiger Stellen im Buch und löcherte Herrn Wells im Anschluss mit vielen Fragen. Doch nicht nur von ihrer Seite kamen Fragen, auch wir im Publikum durften selbstverständlich unsere Wissbegierde stillen.

Unter anderen gab Dan Wells zum Besten, dass es kein Zufall ist, dass die Geschichte um Kira Walker 11 Jahre nach dem "Untergang der Menschheit" spielt. Wells spielt hier gekonnt die große Tragödie vom 11.09.2001 und die Konsequenzen für den Menschen im Nachgang dazu an. Das zentrale Thema in diesem ersten Band ist, wie auch in seinen anderen Romanen, das "How far is too far"? Er beschrieb es sehr anschaulich am Beispiel seiner Wasserflasche, die vor ihm auf dem Tisch stand: Diese sei das Ungefährlichste im gesamten Raum und doch wäre es das einzige, was er nicht so ohne weiteres mit in ein Flugzeug nehmen dürfte. Der Mensch hat sich dieses Recht für ein wenig mehr Sicherheit nehmen lassen... Und so hält er es auch mit seinen Protagonisten. Es macht ihm Freude sich auszudenken, wie weit diese gehen würden, um das Nötige tun zu können, was in deren Augen eben getan werden muss.
Dass die Hauptfigur dieses Mal ein Mädchen ist anstatt ein Mann bzw. Junge, erklärt er auf meine Frage hin damit, dass er es schade findet, dass es sowenige Heldinnen in der Literatur gibt. Besonders hat ihn hier Hermine Granger von den Harry-Potter-Bänden inspiriert. Denn sie liefert zumeist die brillianten Ideen, doch Harry erntet immer die berühmten Lorbeeren. Das findet er ungerecht und wollte ein Buch mit einer entsprechenden Heldin verwirklichen. Dabei war ihm auch wichtig, dass es keine generell guten bzw. bösen Charaktere gibt. Vielmehr handeln alle Personen so, wie sie denken, dass es das Richtige und Beste ist. Das betrifft sowohl die Bekämpfung des RM-Virus, als auch den Umgang mit den Partials.
Auf die Frage hin, ob denn nicht eine Bedrohung der Menschen gereicht hätte, gab er zu bedenken, dass die Partials von den Menschen bereits seit Jahren nicht mehr gesehen wurden und somit nur eine "Scheinbedrohung" darstellen. Fans der Serie Battlestar Galactica wird dieses Szenario im Übrigen bekannt vorkommen: Wells hat hier den Grundgedanken für die Partials hergenommen und mit eigener Kreativität gewürzt. Selbstredend musste ein weiteres zentrales Thema her und was gab es da Spannenderes als die Bekämpfung eines Virus, der mit den Partials unmittelbar auch zusammenhängt?

Mit der Hoffnung auf die baldige Fortsetzung - Dan Wells ließ übrigens durchsickern, dass er gerade am finalen Band schreibt - schloss dieser sehr informative Abend noch mit einer kleinen Signierrunde.

Mir hat diese Lesung wirklich sehr gut gefallen und ich hoffe, dass es diesen sympathischen Autor noch viel öfter nach Leipzig verschlägt.

Eure Susanne

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