Sonntag, 17. März 2013

Rezension: Spacelords – Hadrians Mond (Wolfgang Hohlbein, Johan Kerk)

Bastei Lübbe 
Taschenbuch, 240 Seiten
ISBN 3-404-23144-9
1. Auflage Oktober 1993 - kein Festpreis


Ein kurzer Einblick

Cedric Cyper war vor nicht allzu langer Zeit ein hohes Tier in der Raumfahrtbehörde seines Volkes. Doch dann wurde er verhaftet und zur Strafarbeit in die Minen von Hadrians Mond gebracht. Dumm nur, dass die Minen noch nie jemand lebend verlassen hat. Cedric weiß nicht, wer wirklich hinter seiner Verhaftung steckt, doch er schwört sich zu fliehen und Rache zu nehmen. Mit einigen Mithäftlingen gelingt das Unmögliche und Cedric stößt dabei auf eine Verschwörung, die galaktische Ausmaße zu haben scheint…

Bewertung

Der erste Teil der Spacelord-Reihe beginnt ziemlich ungewöhnlich mit einer Zusammenfassung der geschichtlichen Ereignisse des Imperiums der Menschen, welche es in die unendlichen Weiten des Weltraums gezogen hat. In dieser Chronik der Ereignisse wird u.a. erklärt, wie die Menschheit es geschafft hat, den Hyperraumsprung zu meistern. Durch diese technischen Zusammenhänge wird bereits das Interesse des Lesers geweckt, da nicht wie in anderen Romanen einfach davon ausgegangen wird, dass es einfach funktioniert aber nie geklärt wird, wie.

Bei der Eroberung des Alls sind die Menschen auf die feindliche Rasse der S`Krill gestoßen, echsenartige Wesen, mit denen sich die Menschen jahrhundertelang Gefechte liefern mussten, ehe sie einen zweifelhaften Sieg davongetragen haben. Im Laufe der Kriegsjahre und der immer weiter fortschreitenden Ausbreitung der Menschen auf den verschiedenen Planeten und der demnach nicht ausbleibenden Isolierung vom Heimatplaneten Erde entstanden neben den noch immer dort lebenden Menschen die 6 Machtblöcke der Sarday`kin, der Cybertechs, der Yoyodyne, der geheimnisvollen Phagon, der Söldnergilde und der Freischärler. Im Laufe der Geschichte werden die Eigenarten und Besonderheiten dieser Gruppen nach und nach aufgrund der Charakterisierung der Protagonisten sehr schön herausgearbeitet. Was sie aber alle gemein haben, ist, dass sie sich gegenseitig im wahrsten Sinne auf den Tod nicht leiden können, doch gibt es wenigstens einen Ort, wo sie sich nicht bekriegen können. Das findet eben auch der „Held“ der Geschichte, Cedric Cyper, heraus. Denn in der Byranium-Mine auf Hadrians Mond geht es für die Gefangenen ums nackte Überleben. Da ist es Cedric im Endeffekt egal, dass der verrückte Duncan – der der kleinen Gruppe bei der Flucht immer wieder  auf unheimliche Weise genau den richtigen Weg aus der Mine zeigt – ein Cybertech ist und der übereifrige Nabtaal – welcher mit seiner lebenslustigen und gerechtigkeitsliebenden Art sowohl nervig ist als auch die Moral der Gruppe hoch hält – ein Freischärler, um nur zwei zu nennen.

In der Vielfältigkeit der einzelnen Völker liegt aber auch die Gefahr, dass selbst die Autoren irgendwann nicht mehr wissen, wer zu wem gehört. So ist Cedrics Mitgefangene Sheryl auf Seite 26 noch eine Sarday`kin und auf Seite 131 auf einmal ebenfalls eine Freischärlerin. Diesen kleinen Ausrutscher kann man noch verkraften, doch wenn innerhalb von 10 Seiten ganze Absätze komplett gleich geschrieben sind, lässt einem das schon fragen, ob die Autoren nach Schablonen gearbeitet haben und den Text des jeweils anderen nicht quergelesen haben.

Solche Dinge mindern das Lesevergnügen doch ganz erheblich. Die Geschichte hat im weiteren Verlauf jedoch den Vorteil, hinsichtlich der Verschwörung, in dessen Ergebnis die gesamte Mine in Mitleidenschaft gerät, fesselnd zu sein mit noch einigen unerwarteten Wendungen. So bekommt die kleine Gruppe Überlebender Zuwachs, mit deren Hilfe sie Hadrians Mond gänzlich verlassen können, selbstverständlich nicht ohne Schwierigkeiten. Das offene Ende setzt der Spannung dann nochmals das i-Tüpfelchen auf, so dass man gleich Lust bekommt, zum zweiten Teil – St. Petersburg Zwei – zu greifen.

Fazit

Trotz der allzu offensichtlichen Absatzdopplung und dem Fehler bei der Völkerbezeichnung ist „Hadrians Mond“ ein spannender Serienauftakt, den SciFi-Fans ruhig lesen können.

3 von 5 Punkten

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