Montag, 4. Februar 2013

Rezension: Harry Potter und der Stein der Weisen (Joanne K. Rowling)

Carlsen Verlag
Taschenbuch, 336 Seiten
ISBN: 978-3-551-35401-3
7,95 €

Ein kurzer Einblick

Zu Beginn der Harry Potter-Reihe ist Harry gerade einmal 10 Jahre alt und wächst bei seinen einzigen noch lebenden Verwandten auf, denn seine Eltern starben, als er ein Jahr alt war. Er scheint ein ganz normaler Junge zu sein, doch der Schein trügt: Harry ist ein Zauberer. Er kann es selbst kaum fassen, als er an seinem 11. Geburtstag erfährt, dass es eine Parallelwelt von Zauberern und Hexen gibt, er zu ihr gehört und er von nun an nach Hogwarts, der Schule für Hexerei und Zauberei, gehen soll. Sein erstes Schuljahr dort wird zum spannendsten und schönsten Jahr seines Lebens, er findet endlich Freunde, lernt Magie und muss jede Menge Abenteuer bestehen und schließlich sogar gegen das Böse kämpfen…

Bewertung

Mit „Harry Potter und der Stein der Weisen“ startet unsere Reise in die einzigartige Zauberwelt rund um Hogwarts. Harry lernen wir erst kennen, er ist noch der unsichere Junge, der bis zu seinem 11. Geburtstag nichts von seiner Herkunft wusste, sich an seine Eltern nicht erinnern kann und das Pech hatte, bei den fiesesten Verwandten, den Dursleys, aufzuwachsen, die ihn schikanieren, wo es nur geht. Doch trotz seiner schwierigen Kindheit ist er ein überaus nettes und anständiges Kind, dem jeder wünscht, dass er endlich Freunde findet, denen er sich anvertrauen kann. Dies tut er, als er nach Hogwarts kommt. Gleich auf der Zugfahrt lernt er Ron Weasley kennen, der im Gegensatz zu Harry in einer Zaubererfamilie aufgewachsen ist und die Wärme und Geborgenheit einer Familie kennt, die Harry so sehr fehlte. Mit fünf älteren Brüdern jedoch stand Ron immer im Schatten seiner Geschwister und sucht nach Beachtung und Anerkennung. Mit der Zeit freuen sie sich auch mit Hermine an, die von Muggeln (nichtmagische Menschen) abstammt und somit wie Harry bis zu ihrem 11. Geburtstag nichts von der Zauberwelt wusste. Dieses fehlende Wissen versucht sie durch übermäßige Lektüre nachzuholen, sie ist ein ziemlicher Streber und Besserwisser, die zu Anfang sehr arrogant drüber kommt und somit keine Freunde findet. Als sie sich mit Harry und Ron anfreundet, wird sie weniger arrogant und für beide eine gute Freundin, die mit ihren magischen Fähigkeiten die Jungs immer wieder aus brenzligen Situationen rettet. Diese drei Hauptcharaktere zeichnet Rowling so liebevoll und realistisch, wie auch generell die Reihe von ihren Charakteren lebt. Man fühlt mit ihnen mit, freut und leidet mit ihnen und wünscht ihnen nur das Beste. Rowling gelingt es, ihnen so viel Leben einzuhauchen, dass ihr Schicksal den Leser nicht mehr loslässt. Insbesondere Harry ist für mich eine der rührendsten Figuren der Weltliteratur, doch auch Charaktere wie Dumbledore, Hagrid oder eben Ron und Hermine gewinnt man einfach lieb und will man weiter begleiten.
Neben dem Einleben Harrys in Hogwarts und dem Finden von Freunden bildet die erste Begegnung mit dem dunklen Zauberer Lord Voldemort einen zentralen Aspekt des Buches. Harry erfährt zu Beginn, dass seine Eltern gar nicht bei einem Autounfall ums Leben kamen, wie die Dursleys ihm immer weismachen wollten, sondern dass sie von Voldemort ermordet wurden. Voldemort versuchte auch Harry zu töten, doch der Fluch prallte auf Voldemort zurück, so dass dieser seinen Körper verlor und floh. Doch nun finden Harry, Ron und Hermine heraus, dass Voldemort den Stein der Weisen stehlen will, um wieder einen Körper zu erlangen und unsterblich zu werden. Dies versuchen die drei natürlich zu verhindern.
Der erste Band der Harry Potter-Reihe begeistert vor allem durch die phantasievolle Zauberwelt mit ihren magischen Orten, Wesen und Pflanzen, zu der wir nun Zutritt erlangen. Man will am liebsten gleich selbst nach Hogwarts gehen, Zauberei erlernen, das Schloss und sein Gelände erkunden, Quidditch spielen oder Hagrid zum Tee treffen. Gelungen ist vor allen Dingen die Einbettung in unsere Welt, die parallel zur Zauberwelt besteht und so den Romanen einen nachvollziehbaren Realitätsbezug gibt.
„Harry Potter und der Stein der Weisen“ ist sicher noch als Kinderbuch zu bewerten, auch wenn Rowling das Kunststück gelungen ist, eine Buchreihe zu entwickeln, die alle Altersgruppen in ihren Bann zieht. Doch im vorliegenden Band ist die Handlung noch nicht so komplex wie später, sie bildet eben den Anfang der Geschichte. Man soll allmählich in die Handlung hineinkommen, die Charaktere werden vorgestellt und das Fundament der Geschichte sozusagen gesetzt. Doch man erhält gleich zu Beginn eine packende Geschichte, die Spannung von der ersten bis zur letzten Seite bietet. Sie wartet dabei immer wieder mit überraschenden Wendungen auf und ist oftmals auch tierisch lustig, besonders wenn Ron oder seine Brüder Fred und George vorkommen.

Fazit

Ein toller Beginn der Harry Potter-Reihe, der uns in die Geschichte einführt und uns mit den Charakteren und der Zauberwelt um Hogwarts vertraut macht. Es gibt nicht eine langweilige Seite, die Handlung zieht einen direkt in ihren Bann, insbesondere aufgrund der liebenswerten Figuren und der phantasievollen Zauberwelt. Spannung, Gefühl und jede Menge Humor, hier wird alles geboten, ein sehr gelungenes Debüt!

4,5 von 5 Punkten

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