Mittwoch, 30. Januar 2013

Rezension: Sonea 3. Die Königin

Penhaligon
Hardcover, 608 Seiten
ISBN: 978-3-7645-3043-3
19,99 €


Ein kurzer Einblick

Lorkin wird von den Verräterinnen freigelassen, um im Kerker des Sachakanischen Königs zu landen, der Lorkin die Informationen um die Rebellen mit List und Gewalt entreißen möchte. Lorkins Weigerung dem König gegenüber die Verräterinnen zu hintergehen, ist den Beziehungen zwischen Sachaka und Kyralia nicht förderlich. Sonea sieht sich gezwungen Kyralia zu verlassen - Ihren Sohn lässt sie nicht im Stich, doch wird ihr Handeln einen Krieg entfesseln?

Bewertung

Wird es Sonea und Cery gelingen, dem wilden Magier Skellin das Handwerk zu legen? Wie ist es Lorkin in Sachaka unter den Verräterinnen ergangen? Diese Antworten und Überraschungen hält »Die Königin« parat. Zuvor erinnern wir uns: Lorkin möchte seinen Platz an der Seite seiner Mutter finden und reist als Botschafter nach Sachaka, um einen Frieden zwischen den Ländern Kyralia und den Schwarzmagiern auszuhandeln. Im fernen Arvice wird Lorkin mit Sklaverei und der menschlichen Ausbeutung um des Reichtums anderer Willen konfrontiert. Als sein Leben bedroht wird, findet er bei den Verräterinnen - den erklärten Feinden des Sachakanischen Königs - Zuflucht. Unterdessen kämpfen die Magier Kyralias gegen das süchtigmachende Fäuel und den wilden Magier Skellin an.

»Sonea« richtet sich eindeutig eher an ein erwachseneres Publikum, doch auch Jugendliche werden mit dieser Trilogie ihre helle Freude haben. Für junge Zielleser dürften sich die politischen Machtgefüge, Beziehungen und Intrigen, die regelmäßig durch die Suche nach Skellin und des zu lösenden Drogenproblems Fäuel unterbrochen werden, zu verwoben respektive zu unstringent aufgebaut sein. Erwachsene Leser könnten sich an der wiederum sehr einfach gehaltenen Sprache befremden. Geboten wird ein Roman, der eine breite Leserschar anspricht und abermals mit neuen Geheimnissen, Enthüllungen und unerwarteten Überraschungen daherkommt. Nicht alles, was zuvor glänzte, hat positive Seiten und auch die Sachakanischen Schwarzmagier, die für das Böse einstehen müssen, lässt sich ein mitfühlendes Herz abgewinnen - Vaterlandstreue und politische Ideologie sind für eine Abkehr des beschrittenen Weges jedoch zu tief verankert.

Die Konfliktsituationen zwischen den Ländern und somit auch die Haltung der Figuren zueinander sind klar abgegrenzt und begründet - Versuche die Grenzen neu zu ziehen (z.B. die Liebesgeschichte zwischen Dannyl und Achati), erweisen sich als schwierig. Die Sympathie des Lesers ist eindeutig zu verordnen. Die Rollen der Völker Kyralias und Sachaka mögen vorgefertigt in die Schuhe gelegt worden sein, dennoch habe ich zu keiner Zeit das Gefühl gehabt, mir würde eine Meinung von Gut und Böse aufgedrungen werden. Die Ausführlichkeit der Geschichte Kyralias in Landesgeschichte und die Aufdröselung des politischen Systems ist insoweit nur vorbelastet, dass Sklaverei in großen Teilen unserer Welt verpönt ist. Insofern ist es wenig verwunderlich, wenn die Verräter, die für Gleichberechtigung und Abschaffung der Sklaverei eintreten, anstandslos unser Einverständnis ernten.

Trudi Canavan gelingt es sowohl die (sprießenden) Liebesgeschichten als auch die Geschehnisse gefühlvoll zu erzählen. Gleichzeitig überfiel mich aber auch ein Gefühl von Emotionslosikeit, denn so vielschichtig und auch ambivalent die Charaktere in ihrer Meinungsbildung und ihrem Verhalten auftreten, so konsequent, so vorhersehbar schreitet die Handlung voran. Sonea spielt noch immer eine wichtige Rolle, der Fokus der Aufmerksamkeit ist jedoch hin zu Lorkin gerutscht. Trotz der wirklich vielen guten Ideen, ist es Trudi Canavan leider nicht gelungen eine Story zu schreiben, die auch nur die Option auf einen anderen Verlauf oder Ausgang zulässt. Überhaupt verlief der finale Endkampf - moment: Endkampf? Innerhalb weniger Seiten entweicht die dramatisch aufgebaute Spannungshaltung mit einem Seufzen ungehört. Viel zu zügig, viel zu unspektakulär nimmt die Geschichte um Sonea und Lorkin ein Ende. Einziger Trostpunkt ist, dass Canavan nicht zimperlich mit ihren Charakteren umgeht und liebgewonnene Figuren sterben. Das schockt wirklich!

Fazit

Während Cery Zuflucht unter der Gilde sucht, wird Lorkin vom Sachakanischen König inhaftiert. Dramatische Handlungsverläufe nehmen ihren Lauf, um eine großartige Geschichte zu erzählen, die am Ende gelangweilt im Sande verläuft. Ein würdiger Abschluss einer Trilogie ist »Die Königin« nicht, ein befriedigendes Leseerlebnis für jene, die die ersten beiden Bände kennen, durchaus.

3 von 5 Punkten

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