Samstag, 5. Januar 2013

Rezension: Gallaghers Mission (Achim Hiltrop)

Atlantis Verlag
Hardcover, 460 Seiten
Dieses Buch besitzt keine ISBN und ist nur direkt beim Verlag erhältlich
19,90 €


Ein kurzer Einblick

Der draufgängerische Raumpilot und Abenteuer Clou Gallagher ist mit seinem intelligenten Raumschiff Trigger einer der meistgesuchtesten Männer im Universum. Sein Streben nach Überleben ließ ihn aus brenzligen Konfrontationen flüchten - sehr zum Leiden seiner Auftraggeber, die ihn mit einem Kopfgeld bedacht haben. Geschickt entwindet er sich misslicher Lagen und reist unbeirrt durch den Weltraum; stets auf der Suche nach einem Job.

Bewertung

Die Space Opera »Gallaghers Mission« fasst die Romane »Gallaghers Sturm«, »Gallaghers Schlacht« und »Gallaghers Sieg« zusammen. Die Abenteuer lassen sich weitestgehend unabhängig voneinander lesen. In Kommentaren und Rückbeziehungen werden jedoch immer wieder alte Raumschlachten und Liebesgeschichten aufgewärmt, sodass zum besseren Verständnis die Geschichten in ihrer angedachten Reihenfolge gelesen werden sollten.
Clou Gallagher ist Raumpilot, Söldner, Draufgänger ... na ja und Schmuggler und Diplomat und ... Lassen wir das. Clou verdingt sich sein Soll je nach lukrativer Auftragslage und Gefahrenpotential. Bei Gefahr in Verzug fackelt er nicht lange und tritt die Flucht an: kein Wunder, dass er ein gesuchter Mann mit immensem Kopfgeld ist. Einzig sein moralisches Selbstwertgefühl gebietet ihm manchmal der Bedrohung zu harren, die da kommt. Jahrelang mit seinem intelligenten Raumschiff Trigger unterwegs, die heimliche Heldin mit trockenem Humor, hat Clou die Einsamkeit schätzen gelernt, denn Verantwortung muss er nur für sein Leben übernehmen. Bindungsunfähig gibt er sich nach außen als harter Kerl, ist innen jedoch ein sympathischer Typ. Als Raumpilot und Vermeider brenzliger Gefahren verfügt Clou über Listenreichtum und Raffinesse. Eigenschaften, die er als Schlüsselfigur Konfliktsituationen interplanetarischer Größenordnung bitter braucht. Und dann ist da noch sein ständiger Feind Starafar: Clou Gallagher ist nicht ganz unschuldig an dem fast tödlichen Unfall, der Starafar dazu zwang, eine Symbiose mit seinem Schiff einzugehen. Infolgedessen jagt Starafar Clou aus Rachegelüsten quer durch die Galaxien ...

In »Gallaghers Sturm« deckt Clou die kriminellen Machenschaften des Lordrichters von Kerian auf. Diese Mission verändert nicht nur das Machtgefüge auf Kerian, sondern wäscht auch seine eigenen Hände rein. Im System Kerian ist auf Clou ein Kopfgeld ausgesetzt; er soll einen milliardenschweren Raub begangen haben ... In »Gallaghers Schlacht« gerät Clou zwischen die Fronten der Systeme Oea und Symirus. In offener Konfrontation oder als Intrigant, versucht er die Invasion gegen Oea zu verhindern. In »Gallaghers« Sieg nutzt Clou seine Beziehungen zum System Symirus, um zwischen der Erde und Symirus als Vermittler einen Friedensvertrag auszuhandeln. Hieran schließt sich die Kurzgeschichte »Krise auf Symirus« an, in der die politischen Machtverhältnisse auf Symirus auf eine Bewährungsprobe gestellt werden.
»‚Ich denke nicht, dass ich das Thema anschneiden sollte. Schwangere Weibchen sind sonderbar, egal, welcher Rasse.‘« (Seite 365)
Clou Gallaghers Abenteuer sind dynamisch-flott zu lesen und wunderbare Unterhaltungslektüre. Die Nebenfiguren mögen klischeebeladene Urtypen sein, doch das stört so gar nicht, da Achim Hiltrop weiß wie er eine gelungene Mischung aus Dialog, Action und sarkastisch-lustigen Einlagen zaubert. Das Universum, das der Autor errichtet, ist kein Plüschhasen-Knuddel-Wettbewerb, sondern ein Universum, indem man sich Freunde bitter verdienen muss. Gefahren lauern hinter der nächsten Ecke und jede Reise wird zu einem Unikum. Summa summarum hätte etwas mehr Dramatik und Emotionalität nicht geschadet. »Gallaghers Mission« ist in keinem Fall flach und emotionslos erzählt, könnte einigen nervenaufreibenden Situationen aber mehr Nervenkitzel gebrauchen.

Fazit

Clou Gallaghers Abenteuer sind flott erzählt, bieten jede Menge Lesespaß und besitzen eine gesunde Mischung Dialog, Ruhepunkten und Action. Die Außerirdischen sind knapp, aber durchaus originell beschrieben und bilden den Grundstein mit für ein glaubwürdiges Universum. Kleine Schwächen sind zu verzeihen, dafür ist der Unterhaltungsgarantiefaktor einfach zu hoch.

3 von 5 Punkten

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