Freitag, 11. Januar 2013

Legimus trifft... Marc-Uwe Kling

Ein Känguru geht um in Europa... mit diesen leicht abgewandelten Worten aus der Einleitung des Kommunistischen Manifests von Karl Marx und Friedrich Engels beginnt auch der Klappentext von Marc Uwe Klings Buch „Das Känguru Manifest“.
Für alle, die jetzt verwirrt sind, warum der Titel „Die Känguru Offenbarung“ ist und hier jetzt von einem Manifest gesprochen wird, eine kurze Erklärung:
Marc Uwe Kling ist Autor und Liedermacher (manche nennen ihn auch einen Kleinkünstler, was er aber gar nicht gerne hört) in Berlin. Hier lebt er eigentlich recht entspannt und antriebslos in den Tag hinein, bis es eines Tages an der Tür klingelt und er sich einem Kängu-ru gegenübersieht.
Es dauert nicht lange und das Känguru (seines Zeichens Kommunist und laut eigener Aussage ehemaliges Mitglied des Vietcong, hat sich nicht nur fast die gesamten Möbel von Marc Uwe geliehen (hört es euch an ; ) ), sondern zieht bei ihm ein.
Ab sofort erleben sie zusammen absurde und komische Abenteuer. Angefangen bei Auseinandersetzungen mit Straßenkünstlern, zu Diskussionen über Staat und Kapitalismus zu Demonstrationen gegen schlechtes Wetter.
Bisher sind „Die Känguru Chroniken“ und „Das Känguru Manifest erschienen“. Hier geht es nun mit dem dritten Teil „Die Känguru Offenbarung“ weiter.
Soviel zur Einleitung, jetzt zur Lesung ; )

Marcs Vorgruppe oder Vorsprecher ist Julius Fischer. Julius liest eine Geschichte aus dem Buch „Über Wachen und Schlafen“, singt ein Lied und bringt dann noch eine „Literal Version“ von Xavier Naidoos „Dieser Weg“. Diese Art der Parodie hatte ich lustigerweise erst einige Wochen zuvor kennengelernt. Hierbei wird der Text eines Liedes nachgesungen. Und zwar einfach nur, was in dem Video zu sehen ist. Wer sich nichts darunter vorstellen kann, einfach mal bei Youtube schauen. Als Tip hierfür Bonnie Tylers „Total Eclipse of the Heart“ und MeatLoafs „Anything for Love“.

Dann tritt Marc Uwe Kling auf. Nachdem das Känguru am Ende des zweiten Teils untertauchen musste, ist es nun wieder da. Und sofort geht es wieder los. Ob nun auf einer Party, wo es sich als Erfinder von Arthousefilmtiteln ausgibt oder die Diskussion welches Geschlecht das Känguru überhaupt hat. Von seinem Verhalten her, würde man es eher als Mann bzw. männliches Tier ansehen, jedoch hat es, wie ein weibliches Känguru einen Beutel.
Anders als bei den Lesungen, die auf CD veröffentlicht wurden, liest Marc Uwe nicht nur aus der Offenbarung, sondern singt zwischen den einzelnen Geschichten auch Lieder und liest Sprüche aus seinem „Falschen Kalender“ vor. Während der Pause wurde von ihm auch noch eine Mitfahrgelegenheit vermittelt.

Fazit: Sehr witzige Lesung, die Lust auf mehr von Marc Uwe und seinem „tierischen“ Mitbewohner macht. Auch im dritten Band gehen ihm die Ideen nicht aus, sodass die Geschichte genauso witzig, wie die ersten beiden Bücher ist. Auf jeden Fall zu empfehlen.

Dieses Legimus trifft... verfasste Ingo Rüdiger für Legimus

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