Mittwoch, 12. Dezember 2012

Rezension: Zwei Engel der Nacht (Jörg Weigand (Hrsg.))

Fabylon
Taschenbuch, 253 Seiten
ISBN 978-3-927071-33-9
13,00 €


Ein kurzer Einblick

Es gibt viele Engel der Nacht zwischen Gut und Böse. Finden Sie heraus, welcher der Ihre ist ...

Bewertung

Mit „Engel der Nacht“ beginnt und endet diese Anthologie. Die Titelfindung „Zwei Engel der Nacht“ ist also durchaus passend. Leider, leider täuschen Titel und Klappentext eine falsche Thematik vor. Nun ja …. Einerseits ist sie irreführend, andererseits aber auch nicht gänzlich falsch. Denn Engel in vielerlei Erscheinungsformen treten in fast jeder Geschichte auf. Manches Mal wirkt die Geschichte um den Engel jedoch arg bemüht. Und das ist auch kein Wunder, soll doch vornehmlich die Nacht thematisch im Vordergrund stehen; was tragischerweise erst das Nachwort verrät. Im Hinblick auf dieses Wissen muss sich keine Geschichte mehr thematisch bemühen, in ein Gerüst gequetscht zu werden.
Doch nun kuschelt euch in euren Lesesessel, lasst die nächtliche Stille hinein und versinkt in einer phantastischen und mythischen Nacht voller Wunder, Engel und Kreaturen. Lasst euch auf eine Reise ein, deren Ende ungewiss ist. Lasst euch auf eine Reise ein, die euch mehr als verzaubern wird. Kommt mit mir und lasst die Reise im Zeitraffer bruchstückhaft aufblizzen.

Existiert Gott wirklich? Ist der Himmel wirklich das Paradies? Stehen wir dem todkranken Priester bei und beten wir für sein Seelenheil, wenn der „Engel der Nacht“ (Wolfgang Hohlbein) in den Antworten sein wahres Gesicht offenbart. „Mein ist die Nacht“ (Uschi Zietsch) rauscht an uns vorbei und schon befinden wir uns auf einer „Nachtwanderung“ (Jan Osterloh), als die Zeit stehen bleibt und ein Eifeler Waldmännchen uns um Hilfe bittet seine große Liebe zu retten. Da verzichten wir doch auch gerne darauf mit Elisabeth Mangold in den Zug zu steigen, einem neuen Leben entgegen zu fahren, „Elisabeths letzte Reise“ (Karla Weigand) anzutreten. Später ereilt uns der Ruf, dem wir unbedingt folgen müssen: Wir widersetzen uns mit Paul dem System, retten die Bücher; auch wenn es „Verboten“ (Jörg Kastner) ist. So langsam könnten wir etwas Ruhe vertragen. Wir sagen dem „Rendezvous am See“ (Katja Göddemeyer)zu, bevor wir in den Weiten von Amerika unsere Beine in die Hand nehmen, unser Puls vor Angst in die Höhe rast … wir fliehen in hektischer Panik vor dem „Sasquatch“ (Frank G. Gerigk), einer grausamen Kreatur, durch die Ödnis zur Grenze nach Kanada. Die Kreatur hat uns derart zugesetzt, dass wir dem geistigen Verfall nahe sind. Wir erblicken das Wunder der nächsten Generation Mensch, lassen „Tinidae“ (Rainer Schorm) jedoch zurück und entscheiden uns für: „Die Nacht gestalten“ (Gisbert Haefs). Ein langer Aufenthalt lohnt sich jedoch nicht. „Der Gesang der schwarzen Kiefern“ (Jörg Weigand) hingegen mag uns verzaubern, sodass wir Wurzeln schlagen und uns erst nach langer, langer Zeit dazu durchringen können den „Bericht an keine Akademie“ (Manfred Borchard) zu schreiben. Währenddessen versinken wir in einem Tagtraum, den wir „Sieben von neun Glocken“ (Helmut Ehls) nennen, und lassen uns in die Welt der Literatur entführen. Mit einem Ruck erwachen wir und eine Frage spukt uns durch den Kopf:„Diesseits von Eden“ (Monika Niehaus)? Ist das die Erde? der Lebenstraum? das Glück? Finden wir es in einem Genversuch heraus!
An dieser Stelle möchte ich unterbrechen und eine Warnung an alle Kinder aussprechen: Steigt niemals zu Fremden ins Auto! Niemals! „Von Menschen und Wölfen“ (Markus Kastenholz) soll euch eine Lehre sein, denn Blut wird fließen! Töten wir keine Menschen. Retten wir sie, helfen wir dem „Engel der Nacht“ (Corinna Kastner) seine Rache am Fabrikbesitzer Karl Lehman zu befriedigen.

Fazit

Jörg Weigand hat sich wirklich Mühe gegeben gute, spannende und abwechslungsreiche Geschichten zu versammeln. Das Adjektiv hervorragend ist etwas hochtrabend, doch bis auf einen enttäuschenden Ausreißer nach unten, kann jede Geschichte für sich behaupten dem Anspruch guter Unterhaltung standzuhalten oder gar ein dickes Lob einheimsen.

3,5 von 5 Punkten

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