Dienstag, 18. Dezember 2012

Rezension: Weisser Schrecken (Thomas Finn)

Piper
496 Seiten, Kartoniert
ISBN: 9783492267595
9,95 €
 
Ein kurzer Einblick

Die kalte Jahreszeit in Perchtal, einem einsamen Dorf im Berchtesgadener Land, scheint besinnlich wie immer. Bis eine Gruppe Jugendlicher einen grauenhaften Leichenfund macht: Ein junges Mädchen treibt unter dem Eis eines Sees, und es ähnelt den Zwillingen Miriam und Elke auf verblüffende Weise. Doch die beiden wissen nichts von einer Verwandten … Bei ihren Nachforschungen stoßen die Freunde auf ein blutiges Geheimnis, das der Pfarrer des Dorfs hütet. Und sie schrecken dabei eine uralte Macht auf, die ihre Rückkehr in unsere Welt vorbereitet.

Bewertung

Passend zur kalten und dunklen Jahreszeit kommt das neue Buch von Thomas Finn auf den Markt. „Weißer Schrecken“ ist nicht nur ein Titel, sondern auch eine Ankündigung, denn bei diesem Buch laufen einem mehrere kalte Schauer über den Rücken. Thomas Finn hat sich als Hintergrund der Geschichte den Krampus ausgesucht. Der Krampus ist in Begleitung des Nikolaus unterwegs und ähnelt unserem Knecht Ruprecht. Allerdings gibt es viele Unterschiede. In der Alpenregion gibt es noch viele Städte und Dörfer in denen alljährlich Krampusumzüge stattfinden. In genau so einem Dorf spielt die Geschichte von „Weißer Schrecken“. Die Geschichte wird sowohl in der Jugend der Protagonisten als auch in der Gegenwart erzählt. Größtenteils spielt sie aber in ihrer Jugend und erklärt, wie es dazu kommt, dass die Protagonisten sich nach 16 Jahren wieder treffen.
Der erste Zeitraum spielt im Jahr 1994. Besonders schön ist dabei die Detailtreue des Romans. So werden damals bekannte Stars wie Mariah Carey, D.J. Bobo und Dr. Alban erwähnt, die die Jugendlichen damals besonders begeisterten. Auch der Walkman, heutzutage ein Relikt der ersten tragbaren Musikplayer, findet seine Erwähnung. Leser, die in der Zeit selbst ihre Jugend erlebt haben, tauchen so wieder in ihre Jugend ein und für alle anderen Leser ist es einfach eine Reise in die Vergangenheit.
Die Geschichte selbst erzählt der Autor sehr spannend und fesselt den Leser damit gleich von der ersten Seite an. Das Erzählen in zwei unterschiedlichen Zeiträumen gibt dem Roman einen gewissen Kick und so bekommt man immer wieder einen Eindruck, wie sich die Protagonisten in der Zeit entwickelt haben. Leider hat es auch einen kleinen Nachteil, denn so kann man sich ab der Mitte des Romans schon denken, welcher Charakter die Jugendzeit nicht überlebt.
Das ganze Setting des Romans hat etwas Bedrückendes an sich. Der fiktive Ort Perchtal ist durch viele Schneetreiben komplett von der Außenwelt abgeschnitten und die Jugendlichen sind auf sich allein gestellt. Überall lauern Geheimnisse und Gefahren und das gesamte Dorf scheint sich gegen sie verschworen zu haben. Dem Leser werden immer wieder kleine Häppchen hingeschmissen und gemeinsam mit den Jugendlichen kommen sie dem Geheimnis nach und nach auf die Spur. Das Ende ist ein bisschen offen. Das ist nicht schlimm, denn irgendwie erwartet man beim Lesen auch nichts anderes. So klappt man den Roman am Ende zu und es bleibt ein gespanntes Prickeln zurück.
Einen kleinen Minuspunkt gibt es allerdings. Teilweise wird man von der ganzen Mythenwelt und den Entdeckungen der Protagonisten erschlagen. Die Menge lässt sich einfach nicht erfassen und irgendwann ist der Punkt erreicht, wo man nicht mehr ganz folgen kann.
Auf dem Buchrücken von „Weißer Schrecken“ preist der Piper Verlag das Buch mit den Worten: „Der ultimative Thriller für alle Stephen-King-Fans“ an. Ich habe ein paar Stephen King-Bücher gelesen und ich finde nicht, dass man einen Vergleich anstellen kann oder muss. „Weißer Schrecken“ ist ein starker Thriller, der den Leser fesselt und für sich selbst stehen kann!
 
Fazit

Wer also Lust auf einen mitreißender Thriller in der Weihnachtszeit hat, der kann beruhigt zu „Weißer Schrecken“ greifen. Aber Vorsicht! Nach dem Lesen wird man am Tag vor Nikolaus und am Nikolaustag nicht unbedingt die Tür öffnen, wenn es klingelt, es könnte ein Krampus davorstehen…oder etwas viel schrecklicheres…

4, 5 von 5 Punkten

Wir danken Piper für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

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