Samstag, 8. Dezember 2012

Rezension: Wasser für die Elefanten (Sara Gruen)

Rowohlt Verlag
Taschenbuch, 412 Seiten
ISBN: 978-3-499-25602-8
8,99 €


Ein kurzer Einblick 

Mitten in der Wirtschaftskrise der 1930er Jahre wird das Leben des Tiermedizinstudenten Jacob Jankowski schwer erschüttert. Nun völlig auf sich allein gestellt, ergattert er fast zufällig einen Job beim Zirkus. Als Tierarzt hat er dort fortan nicht nur mit der Elefantendame Rosie viel zu tun. Doch wird er von der Kunstreiterin Marlena abgelenkt. Diese ist allerdings mit dem schizophrenen Dompteur August verheiratet…

Bewertung

Schaut man zuerst die Verfilmung eines Romans und entscheidet sich, nachdem einem der Film sehr gut gefallen hat, dafür im Anschluss noch das Buch zu lesen, verliert der Film meist etwas seiner Faszination. Nicht so bei „Wasser für die Elefanten“. Hier haben sowohl Buch als auch Film Vor- und Nachteile, die sich gegenseitig ausgleichen.
Kommen wir aber zum Buch. Im Gegensatz zum Film wird hier nicht nur hauptsächlich Jacobs Geschichte in den 1930er Jahren erzählt, sondern er berichtet auch von seinem jetzigen Leben als über 90-Jähriger in einem Altenheim. Durch einen Zirkus neben dem Altenheim an seine Zeit beim Zirkus erinnert, denkt er immer wieder daran zurück, während man gleichzeitig auch erlebt, wie sich ein alter Mann in einem Altenheim fühlt und was alte Menschen dort erleben müssen.
Dies bildet eine interessante Abwechslung zu der Welt des Zirkus´, in die Jacob damals eintauchte. Während seinen Erinnerungen an diese Zeit lernt man nicht nur die Geschichte des amerikanischen Zirkus etwas kennen, sondern auch seine Eigenarten, Tricks und die wirklichen Verhältnisse hinter der schönen Fassade. Jacob muss sich in einer ganz besonderen Gruppe mit sehr vielen unterschiedlichen Charakteren und festgeschriebenen Rollenzuteilungen zurechtfinden.
Während ihm dies eigentlich schon genug Mühe macht, entwickelt sich zudem allmählich eine Liebesgeschichte zwischen ihm und der Kunstreiterin Marlena. Man kann miterleben, wie die beiden immer weiter zusammenwachsen, was auch Marlenas schizophrenen Ehemann August mit verschuldet ist. Doch August führt die beiden nicht nur zusammen, sondern lässt sie auch in ständiger Gefahr leben. Auch wenn sein Charakter dabei eine unheimliche Faszination auf den Leser ausübt und Jacobs Charakter durch seine Rolle als Erzähler natürlich auch immer deutlicher wird, hätten die Charaktere doch insgesamt stärker verdeutlicht werden können. So wirkt nicht nur Marlena - ganz im Gegensatz zum Film - teilweise sehr blass und auch die Liebesgeschichte ist nicht immer nachfühlbar. Dies mag auch dem Grund geschuldet sein, dass das Buch zwar nett zu lesen ist, es aber weitaus bessere Erzähler als Sara Gruen gibt, die es eindrucksvoller verstehen das Lesevergnügen immer weiter fließen zu lassen.

Fazit

Insgesamt ein facettenreiches Buch, dass den Leser nicht nur in die Welt des Zirkus´ eintauchen lässt, sondern ihn auch die Situation eines Altenheimes und das Finden einer großen Liebe erleben lässt. Allerdings haben die Charaktere und der Erzählstil Schwächen.

3,5 von 5 Punkten

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