Mittwoch, 12. Dezember 2012

Rezension: Victory Nelson 1. Blutzoll (Tanya Huff)

Egmont Lyx
Kartoniert, 352 Seiten
ISBN: 978-3-8025-3648-9
9,95 €

 
Ein kurzer Einblick

Als Privatdetektivin Vicki Nelson Zeugin eines grauenhaften Mords wird, spürt sie sofort, dass es kein Mensch war, der diese Tat begangen hat. Und als weitere mysteriöse Todesfälle ganz Toronto in Angst und Schrecken versetzen, wendet sie sich mit ihren unheilvollen Ahnungen an ihren Ex-Kollegen und langjährigen Geliebten Mike Celluci. Doch er schenkt ihr keinen Glauben. Da begegnet sie Henry Fitzroy, einem Vampir und Autor historischer Liebesromane, mit dem sie den Kampf gegen den mörderischen Dämon aufnimmt...

Bewertung

Eine beliebte Art eine Vampirgeschichte zu verpacken, besteht darin ein Gespann aus einem Menschen und einem Vampir zusammenzustellen und sie gemeinsam auf Verbrecherjagd zu schicken. Meist findet man dieses Konzept in Serienform, aber einige Serien basieren auch auf einem literarischen Vorbild. So ist es auch mit den Romanen von Tanya Huff geschehen, die im Fernsehen als „Blood Ties“ zu sehen waren. Hauptprotagonisten dieser Romanserie sind die Privatdetektivin Victoria (Vicky) Nelson und der Vampir Henry Fitzroy. Als dritte Hauptfigur gibt es noch Mike Celluci, den ehemaligen Freund von Vicky und Polizist. Nachdem Vicky wegen einer Augenkrankheit von der Polizei weggegangen ist, verdient sie sich ihren Lebensunterhalt nun als Privatdetektivin und trifft dabei auf Henry. Zusammen gehen sie auf Dämonenjagd und entwickeln dabei Gefühle füreinander.
Tanya Huffs Schreibstil ist sehr angenehm. Der Roman lässt sich flüssig lesen und es kommt auch keine Langweile dabei auf. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und wirken auf den Leser sympathisch. Gerade Henry Fitzroy wird gut eingeführt, denn Huff bedient sich an den klassischen Rückblenden, so dass man das frühe Leben des Vampirs auch kennenlernt. Eine witzige Idee von Huff war, dass Henry sein Geld mit dem Schreiben von schnulzigen Lovestorys verdient (in der Serie wird er leider zum Comiczeichner degradiert). Der Leser darf also auch an den gedanklichen Ergüssen des Vampirs teilhaben und sich über den einen oder anderen Auszug seiner Liebesromane freuen.
Die Geschichte an sich ist leider etwas platt geraten und geht nach wohlbekanntem Muster vor. Unerklärliche Todesfälle, Polizist/Detektiv trifft einen mysteriösen Fremden, gehen gemeinsam auf Verbrecherjagd, können den Dämon stellen. Hier ist es sicher nicht der Geschichte zu verdanken, die einem in seinen Bann zieht, sondern bei Huff sind es eindeutig die Charaktere, die die Geschichte vorantreiben und lesenswert machen. Die herannahende Dreiecksbeziehung zwischen Vicky, Henry und Mike macht neugierig auf die weiteren Romane der Serie.
Eine Sache darf natürlich auch nicht fehlen. Vicky gibt Henry nach einem Kampf Blut von ihr zu trinken, damit er wieder zu Kräften kommt. Diese Szene stellt ganz klar ein Highlight dar, da Huff sie gekonnt beschreibt und sie so dem Leser auch im Gedächtnis bleibt.
 
Fazit

„Blutzoll“ ist ein unterhaltsamer erster Band, der auf jeden Fall dafür sorgt, dass man auch die anderen Bände lesen möchte. Locker geschrieben, mit dem nötigen Ernst und dem Augenzwinkern an den richtigen Stellen, bietet er gute Unterhaltung und vergnügliche Lesestunden.

3,5 von 5 Punkten

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