Mittwoch, 19. Dezember 2012

Rezension: Terrorinsel (David Case)

Blitz-Verlag
Hardcover, 224 Seiten
ISBN 978-3-89840-329-0
15,95 €


Ein kurzer Einblick

Die Florida Keys sind eine Art Paradies. Weiße Strände unter Palmen, Korallenriffe zwischen dem grünen Schimmer des Golfs von Mexiko und dem grauen Atlantik.
Als der Journalist Jack Harland in diesem Garten Eden eintrifft, ahnt er nicht, dass das Ende der Welt, wie wir sie kennen, bereits begonnen hat. Hier, auf einer Insel namens Pelican Cay.
Er erlebt dieses Ende ganz still und im Verborgenen. Ein Inferno, wie Dante es nicht besser hätte beschreiben können.

Bewertung

Mary & Dr. Elster laden den Reporter Jack Harland auf die Insel Pelican Cay ein. Dr. Elster forschte an einer Technik der chemischen Lobotomie, um Geisteskranke zu heilen. Die Regierung jedoch nutzte dieses Wissen für unmenschliche Experimente aus, worauf Testpersonen zu schmerzimmunen, aggressiven Kreaturen mutieren. Diese Machenschaften sollen an die Öffentlichkeit dringen, doch dazu wird Jack Harland keine Gelegenheit erhalten.
Jack Harland witterte die Story seines Lebens, hoffte auf einen tropischen Urlaub auf Kosten seines Arbeitgebers - und buchte den Flug in die Hölle. Es ist schwer zu beurteilen, ob Harland ein Frauenaufreißer ist, zu stereotyp ist sein Charakter und der aller anderen Personen gehalten, doch diesen Anschein vermag er zu wecken. So wie er eindeutige Kommentare Mary gegenüber fallen lässt, so naiv widmet er sich seinem Job. Hintergrundrecherche ist scheinbar unnötig, Befragungen vor Ort werden schon den Stoff für die Story liefern. Schnell gerät der Journalist denn auch an die beiden Kontrahenten Sheriff Jerry Muldoon und Regierungsbeamter Larsen. Der Sheriff ist die Respektsperson auf der Insel, stets nett und hilfreich. Larsen versteckt schmutzige Regierungsgeheimnisse vor der Inselbevölkerung und will nicht einsehen, dass er die Kontrolle über seine Versuchsobjekte verloren hat.
Unbarmherzig streifen die Zombies - hier Ghouls genannt - nach Fleisch gierend über die Insel. David Case hat eines anders und damit verdammt richtig gemacht: Der Autor nimmt sich Zeit zur Entwicklung der Geschichte, die sich mühsam voranarbeitet. Der Autor nimmt sich Zeit zur Schilderung der Ausbreitung der Seuche. Es dauert seine Zeit, bis die Zombies die Inselbevölkerung dezimiert haben. »Terrorinsel« ist keine 0815-Story eines erbarmungslosen Überlebenskampfes, in der Zombies in ihre Einzelteile zerlegt werden. Ein angenehmer Aspekt gegenüber der stereotypen Charaktere und der wenig aufdringlichen Geschichte, die etwas altbacken anmutet und somit schwerlich vereinnahmen kann. Jack Harland agiert, wenn es nötig wird, beobachtet ansonsten lieber und verhält sich passiv. Das nimmt das Tempo, die Spannung und die Lust weiterzulesen.
Glücklicherweise ist »Terrorinsel« lediglich eine auf Buchlänge aufgeblähte Novelle.

Fazit

»Terrorinsel« gehört in jene Kategorie der Bücher, die sich zwar aus den Zombieromanen abhebt, aber dennoch wenig Eindruck schinden kann. Gute Ideen - wie die chemische Lobotomie - werden verschenkt und stereotypen Charakteren überlassen. Kann man gelesen haben, muss man aber definitiv nicht!

2 von 5 Punkten

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