Sonntag, 9. Dezember 2012

Rezension: Tentakelschatten (Dirk van den Boom)

Atlantis
Klappenbroschur, 212 Seiten
ISBN: 978-3-936742-82-4

12,90 €

Ein kurzer Einblick

In den Jahrhunderten interstellarer Expansion ist die Menschheit nie auf außerirdische Intelligenz gestoßen. Mit sich selbst beschäftigt, verliert man sich in Bürgerkriegen und Misswirtschaft. Und dann, in einer Phase größter Demoralisierung, am Rande des Zusammenbruches nach einem blutigen Kolonialkrieg, wirft der erste Kontakt mit Aliens seinen langen Schatten auf die Welten der Menschen... 
Ein Flottenoffizier auf dem Abstellgleis, eine Marinesoldatin im Ruhestand und ein Genie, das alle für verrückt halten, sind die Ersten, die mit den Besuchern zu tun haben. Schnell merken sie, dass dieser Kontakt nur eines bedeutet: Den Beginn eines aussichtslosen Kampfes...

Bewertung

Mit „Tentakelschatten“ ist 2007 der erste Band der Tentakeltrilogie erschienen. „Tentakeltraum“ und „Tentakelsturm“ komplettieren die Trilogie.
Geradlinig, mit zumeist kurzen Kapiteln, die das Tempo in die Höhe treiben, erzählt Dirk van den Boom den Beginn einer Invasion der menschlichen Systeme durch eine außerirdische Lebensform. Zwar legt van den Boom eine 0815-Story vor, die kaum Überraschungen birgt – der Mensch ist gut, die Alien sind böse, besitzen die höher entwickelte Technik und sind zudem zahlenmäßig weit überlegen; sprich: Der Mensch ist hoffnungslos verloren und stürzt sich in einen aussichtslosen Kampf –, die jedoch durch ihre pathetisch heroische Erzählweise spannend zu lesen ist, zumal die Handlung rasant umgesetzt ist und Dirk van den Boom es versteht Akzente wie Handlungsruhe, dialoglastige Passagen und Action richtig einzusetzen. Ein gutes Grundkonzept ist damit gegeben. Über den Pathos hinweg, vergisst der Autor leider wichtige Charaktere menschlich zu gestalten. So auch die Marinesoldatin Rahel Tooma, die mehr wie eine Maschine agiert, denn wie ein menschliches Wesen. Auch wäre es wünschenswert gewesen, mehr Informationen über die Expansion der Menschen, deren Leben in den Systemen und vor allem mehr über die Welt Lydos zu erfahren, die lediglich wage ausgestaltet wurde. Stattdessen konzentriert sich Dirk van den Boom auf den Kampf gegen die Alien, als auch auf die Waffen, was einen Military-Science-Fiction-Roman ja auch auszeichnet. Ein klein wenig mehr als das Nötigste an Informationen in anderen Bereichen wäre dennoch wünschenswert gewesen.
Doch einen großen Pluspunkt habe ich noch zu vergeben: Die Alien, van den Booms Tentakel-Geschöpfe, stechen aus den 0815-Ideen heraus; er hat ihnen einige wirklich interessante Eigenschaften verliehen, was zum einen ihre Körper, zum anderen aber auch ihre Lebensform und die Art Nachkommen zu erzeugen angeht. Gerade im letzten Punkt funktionieren diese Wesen radikal anders.
Und zuletzt: „Tentakelschatten“ enthält alles was Dirk van den Boom wichtig ist: Brüste, Alien, Tentakel und Kanonen. Da hat sich der Autor selbst befriedigt und liefert einen soliden Military-Science-Fiction Roman ab.

Fazit

Ein interstellarer Spaß, der zu unterhalten weiß. Ein schneller Spaß, der weiß was er will. Ein Spaß, der hoffentlich in „Tentakeltraum“ genauso gut, wenn nicht besser, fortgesetzt wird. Wo van den Boom drauf steht, ist van den Boom drin.

3 von 5 Punkten

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