Sonntag, 2. Dezember 2012

Rezension: Sturmhöhe (Emily Brontë)

Carlsen Verlag
Taschenbuch, 509 Seiten
ISBN: 978-3-551-31010-1
9,95 €


Ein kurzer Einblick

Catherine und Heathcliff verbindet seit ihrer frühsten Kindheit eine tiefe Freundschaft. Doch einer Liebesverbindung steht einiges im Wege und so will es das Schicksal nie, dass sie ein Paar werden. Nachdem Heathcliff Catherine verlässt und erst nach ein paar Jahren wieder auftaucht, wird dann jedoch noch einmal einiges durcheinander gebracht.

Bewertung

Emily Brontës bekannte Liebesgeschichte ist nicht nur die Liebesgeschichte zweier Liebender, sondern erzählt von vielen Verbindungen und Antipathien zweier Familien. So wird dargestellt, wie über viele Jahre die Mitglieder zweier Familien immer wieder zueinander finden und durch die verschiedensten Verbindungen scheinbar zueinander zu gehören scheinen.
Erzählt wird die Geschichte, nachdem der Hauptteil der Handlung schon eine Weile zurückliegt, und zwar von einem Außenstehenden, der seine Informationen allerdings aus erster Hand erhält. Daher sind die ersten 50 Seiten vor allem davon geprägt, wie der Erzähler zu seinem Erzählstoff gelangt. Dies ist am Beginn doch etwas irritierend, da man nicht so recht weiß, was man mit diesem Menschen anfangen soll und auch alle Menschen, die auftreten sehr seltsam auf den Leser wirken.
Steigt man dann allerdings in die Erzählung ein, sind die beiden Familienstammbäume, die sich am Anfang des Buches befinden, sehr hilfreich, da man doch leicht mit den Namen durcheinander gerät. Nach und nach wird man immer tiefer in die beiden Familien hineingeführt und lernt deren Sympathien, aber auch Antipathien immer besser zu verstehen. Doch sind über weite Strecken des Buches eigentlich keine der Figuren besonders sympathisch und keiner wird so richtig zu dem Liebling des Lesers. Zwar lassen sich die Gründe für das Verhalten der Personen nachvollziehen, doch wirkt dieses in vielen Fällen doch stark übertrieben.
Doch auch wenn einem die Personen nicht übermäßig sympathisch sind, ertappt man sich doch dabei, wie man für die Erfüllung ihrer Liebe hofft. Allerdings scheint es das Schicksal in allen Fällen anders zu meinen und immer gerade die, bei denen man es nicht vermutet, finden am Ende zusammen. Trotzdem kann man auch erleben, wie Liebe auch ohne Partnerschaft überdauert und zumindest am Ende wird insofern erlöst, dass man nicht gesamte Zeit für die falschen gehofft hat und sich unter der Vielzahl von Charakteren doch auch welche abzuzeichnen scheinen, die man mögen könnte.

3 von 5 Punkten

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