Samstag, 1. Dezember 2012

Rezension: Stephen King's N. (Guggenheim/Maleev)

Panini Comics
SC mit Faltcover, 112 Seiten
ISBN 978-3862011926
14,95 €


Ein kurzer Einblick

Psychiater Johnny Bonsaint behandelt den von Zwangsstörungen geplagten Patienten "N". Als sich dieser wegen seiner Wahnvorstellungen selbst tötet, begibt sich Johnny an den Ort der düsteren Visionen und beginnt sich zu fragen, ob es sich wirklich nur um grausame Wahnvorstellungen gehandelt hat.

Die Comic-Adaption der King'schen Kurzgeschichte verspricht reichlich Spannung und Gänsehaut.

Bewertung

Die Graphic Novel „N.“ basiert auf einer Kurzgeschichte aus der Sammlung „Sunset“ (engl. „Just After Sunset“). Marc Guggenheim, der ebenfalls in einer Einleitung über die Arbeit an „N.“ berichtet, setzte die Geschichte für die Graphic Novel um. Marc Guggenheim ist Drehbuchautor („Law & Order“, „CSI: Miami“, Practice – Die Anwälte“), wirkte aber auch bei Comics wie „Blade“, „Wolverine“, „Amazing Spider-Man“ und „X-Men“ mit. Alex Maleev, ein Einblick in seine Skizzen wird im Anhang gewährt, setzte die Geschichte zeichnerisch um. Er arbeitete bereits an Comics wie „Daredevil“, „New Avengers: Illuminati“, „Halo: Uprising“ oder „Spider-Women“ mit.

N. leidet unter einer Zwangsneurose. Gerade Zahlen sind sein Leben. Ungerade Zahlen sind schlecht. Woher er diese Zwangsneurose bekam, erzählt er seinem Therapeuten Dr. Bonsaint. Auf dem abgelegenen Ackermans Field in Motton fing alles an; fing das Grauen an, das sein Leben veränderte. Ein Steinkreis mit sieben Steinen steht dort – doch durch die Linse des Fotoapparates sind es acht Steine. Kurz darauf bringt N. sich um und Dr. Bonsaint tritt in seine Fußstapfen. Ein Grauen lauert auf dem Ackermans Field, das in die Welt ausbrechen will, das aber nur von acht Steinen gefangen gehalten werden kann. Sieben Steine sind schlecht …

Stephen King schrieb mit „N.“ eine Kurzgeschichte, in der das schleichende Grauen zwischen den Zeilen brodelt. In seiner Sammlung „Sunset“ ist „N.“ die oder mit die beste Story. Auf jeden Fall aber ist „N.“ die schaurigste Geschichte – und eine ruhige. „N.“ funktioniert nicht mit Action, „N.“ braucht seine Zeit, sowie das Grauen braucht, sein Gefängnis zu verlassen. Eine Story ohne Tempo braucht gute, sehr gute Bilder, denn diese müssen neben dem Text den Horror an den Leser herantragen. Marc Guggenheim und Alex Maleev ist dies mit realistischen Bildern, die manchmal gar echten Fotos nicht unähnlich sehen, gelungen. Sie haben jedoch nicht nur die Originalstory umgesetzt, sondern diese hier und da erweitert. Es ist nicht viel, was ergänzt wurde. Aber das wenige Hinzugefügte, fällt ins Gewicht. Nicht so sehr, dass die Story verfälscht wird, sondern sinnvolle neue Aspekte dazu gewinnt. Guggenheim und Maleev haben ganze Arbeit geleistet. Die Bilder sehen phantastisch aus. Die Atmosphäre ist stimmig. Die Geschichte ist spannend. Die Mimik der Charaktere ist ausdrucksstark. Was will man mehr? Nichts!

Fazit

„N.“ transportiert eine künstlerische Geschichte ohne Missstände an den Leser heran, stülpt das Grauen über den Verstand und lässt den Horror erwachen. Guggenheim und Maleev können sich in der Umsetzung von „N.“ keinerlei Vorwürfe machen. Im Gegenteil, sie dürfen sich selbst auf die Schultern klopfen. Wem schon Kings Textfassung gefiel und wer eine Affinität zu Graphic Novels besitzt, wird auch von „N.“ in künstlerischer Form begeistert sein.

5 von 5 Punkten

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