Donnerstag, 20. Dezember 2012

Rezension: Solomon Kane - Das Schloss des Teufels (Scott Allie/ Mario Guevara/ John Cassaday)

Panini Comics
144 Seiten 
ISBN: 978-3866078901
16,95 €
Ein kurzer Einblick

Der von Gerechtigkeit besessene Abenteurer Solomon Kane stammt wie schon Conan der Barbar aus der Feder des legendären Pulp-Autors Robert E. Howard. Diese Adaption von Howards The Castle of the Devil führt den Puritaner in den finsteren deutschen Schwarzwald des 16. Jahrhunderts, wo er die Leiche eines gehängten Jungen an einem provisorischen Galgen findet. Kane will den Verantwortlichen, einen von den Bauern des Landstrichs gefürchteten Baron, zur Rechenschaft ziehen. Doch es lauert noch weitaus Schlimmeres als nur der dämonische Baron in den Resten eines alten Klosters unter den Fundamenten des Schlosses!

Bewertung

Solomon Kane, der von Gerechtigkeit besessene, strenggläubige Puritaner aus dem 16. Jahrhundert entstammt, wie der legendäre Barbar Conan, der Feder des Autors Robert E. Howard. Howard veröffentlichte die meisten seiner Geschichten für das, zumindest in den USA legendäre Pulp Magazin der 30er Jahre, Weird Tales und kann als Begründer der Heroic Phantasy/Low Fantasy bzw. Sword and Sorcery gesehen werden.
Nun ist auch Solomon Kane, genauso wie Conan, als Comic adaptiert worden.

Ein unheimliches Schloss, ein wortkarger Held, Werwölfe und Dämonen.
Das Schloss des Teufels ist mehr für Horror-, denn für die Fantasyfans interessant. Wobei, wer bei dem Wort Fantasy jetzt an Herr der Ringe oder ähnlich gelagerte Geschichten denkt, ist bei Howard sowieso falsch. Hier gibt es keine Feen oder Zwerge. Howards Fantasy ist simpel. Und das ist nicht abwertend gemeint. So sind auch alle Helden die Howard erschaffen hat (Conan, Kull, u.a.) recht ähnlich gestrickt. Wortkarge einsame Männer, die handeln und sich erst später über die Konsequenzen Gedanken machen. Und auch die Geschichte von "Das Schloss des Teufels" würde, mit einigen kleinen Änderungen, als Conan Geschichte funktionieren. Was Howard tatsächlich teilweise auch gemacht hat. Konnte er eine Fantasygeschichte nicht verkaufen, schrieb er sie z. B. zu einem Western um und umgekehrt. Aber zurück, zum vorliegenden Comic.
Die Zeichnungen sind für meinen Geschmack teilweise etwas gewöhnungsbedürftig. Wobei ich nicht genau sagen kann, was mich daran stört. Die Zeichnungen wirken teilweise etwas unscharf, bzw. die Gesichter haben sehr viele Linien. Trotzdem passen sie sehr gut zu der Geschichte und sorgen für die richtige Stimmung. Die Charaktere sind interessant, wobei der eine oder andere Leser, der schon öfter Geschichten aus diesem Genre gelesen hat hier bekannte Muster erkennen wird. Da wäre zum einen der einsame Held, der alleine durch die Welt zieht und das Böse bekämpft. Ein Weggefährte, den er unterwegs trifft. Ein böser Baron. Die exotische Baronin, deren Interesse an unserem Helden vielleicht doch etwas über reine Neugier hinausgeht. Ein Schloss, auf dem ein Fluch lastet.
Man kann hier schon von Klischees sprechen, die hier aber nicht negativ auffallen, weil genau das auch erwartet wird. Und wenn man mal das Alter von Howards Originalgeschichte bedenkt, ist es vielleicht eher so, das andere Autoren von ihm abgeschrieben haben, bzw. sich inspirieren ließen, als sie ihre eigenen Helden erdachten. Somit wäre nicht Howard bzw. Solomon Kane das Klischee, sondern das Original.
Fazit

Alles in allem ist der vorliegende Comic eine spannende Geschichte und macht durchaus Lust, auch mal die Geschichten von Howard zu lesen.
Noch ein, wie ich finde, lustiges Detail. Zumindest für den deutschen Leser. Da die Geschichte im Schwarzwald spielt, sprechen viele der Charaktere auch in der englischen Fassung deutsch. Um auch für den deutschen Leser diesen Unterschied deutlich zu machen, sind die entsprechenden Dialoge in Klammern geschrieben.

4 von 5 Punkten

Wir danken dem Panini Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar.

 Diese Rezension verfasste Ingo Rüdiger für Legimus.

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